Archiv: Mojo in der Tasche

Shan Appajodu trägt stets alle seine Software und Daten wie etwa Präsentationen, Texte und Fotos mit sich herum. Nicht auf einem Laptop wie jeder normale Mensch. Der Ingenieur und Chef von Ringcube aus dem kalifornischen Städtchen Mountain View hat alles auf seinem Apple Ipod gespeichert. Den braucht er nur mit einem USB-Kabel mit einem Leih-Computer zu verbinden, in einem Internetcafé, auf einer Konferenz oder in einer Hotelsuite. Dateien kann jeder herkömmliche USB-Stick speichern. Das ist kein Kunststück. Doch Appajodu und seine Mitstreiter Mike Larkin und Kiran Kamity haben eine Software entwickelt, die nicht nur einzelne kleine Dateien, sondern komplette, direkt ausführbare Programme speichert. Jedes Gerät, das über eine Speicherkarte verfügt (das kann ein Mobiltelefon sein, ein MP3-Player oder eine Digitalkamera), lässt sich so in ein mobiles Büro oder eine Spielkonsole verwandeln. Dazu werden Computerprogramme wie Word, Excel, Photoshop oder komplette Computerspiele im ersten Schritt auf den Speicher kopiert. Wird dieser dann mit einem Computer verbunden, zapft die von Ringcube entwickelte Software namens Mojopac dessen Rechenkraft an. Auf den fremden Computer werden dabei keinerlei Daten übertragen, es bleiben auch keine Spuren zurück. Der größte Vorteil ist, dass man auf diese Weise auch Programme nutzen kann, die nicht auf dem Leih-Computer installiert sind. 

Momentan arbeitet Mojopac nur auf Windows-PCs. Versionen für die Betriebssysteme Mac OS und Linux sollen aber folgen. Der Zauber funktioniert derzeit auch nur auf Rechnern, für die man die Administrator-Rechte hat. Bei der Nachfolgeversion soll sich das ändern. 

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Aber braucht man Mojopac überhaupt, wo doch Programme für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation im Internet verfügbar sind? Appajodu lässt das Argument nicht gelten. Zum einen, hält er entgegen, seien noch längst nicht alle gängigen Programme kostenlos im Web erhältlich. Zudem brauche man für einen solchen Download-Service eine schnelle Datenverbindung. Das neue Programm will er nun Herstellern von Mobiltelefonen anbieten. Denn die könnten so den Funktionsumfang ihrer Handys beträchtlich erweitern. 

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