Archiv: Nationale Kampagne

Olaf Göttgens » Der Deutschland-Chef der Beratungsgesellschaft BBDO warnt: „Made in Germany“ zieht im heiß umkämpften China-Markt nicht mehr. 

„Es sind erhebliche Zweifel angebracht, ob ,Made in Germany‘ als Qualitätssiegel deutscher Wertarbeit allein noch ausreicht, um den Chinesen das Portemonnaie aus der Tasche zu locken“, sagt Olaf Göttgens, Deutschland-Chef der Beratungsgesellschaft BBDO. Eine BBDO-Umfrage unter 1500 Konsumenten in fünf chinesischen Großstädten ergab: Im heiß umkämpften China-Markt weisen deutsche Produkte erhebliche Nachteile auf. Zwar beurteilten 85 Prozent der Befragten deutsche Marken als „qualitativ hochwertig“, „zuverlässig“, „leistungsstark“ und „prestigeträchtig“, womit sie deutlich vor der japanischen und amerikanischen Konkurrenz liegen. Doch in dem Maße, in dem chinesische oder andere asiatische Produkte ähnlich gute Standards aufweisen, verlieren die deutschen Marken an Attraktivität. Stattdessen wird der Preis immer wichtiger. Und da schneiden deutsche Güter schlecht ab. Mehr als die Hälfte der chinesischen Konsumenten empfindet Produkte „Made in Germany“ als „teuer“ bis „sehr teuer“; nur fünf Prozent halten deutsche Marken für „günstig“ bis „sehr günstig“. 

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Für die Deutschen sind die Imageprobleme gefährlich. Schließlich ist China auf Grund der steigenden Kaufkraft seiner Konsumenten der weltweit wichtigste Absatzmarkt der Zukunft. Doch der Eindruck, deutsche Waren seien durchweg teuer, schreckt die breite Mittelschicht ab. Außerdem bleiben die Chinesen selten einer Marke treu, weil sie nicht wie die westlichen Konsumenten mit den Marken groß geworden sind oder die Vorlieben gar von ihrenEltern übernommen haben. Deutsche Industrievertreter streben nun eine Imagekampagne nach italienischem Vorbild an. So gibt es in denchinesischen Metropolen ein Magazin namens „I-style“, in dem italienische Marken wie Armani, Barilla, Cerruti, Ducati, Emenegildo Zegna und Ferrari gemeinsam auftreten. „Davon sind die Deutschen weit entfernt“, sagt Christian Sommer, Chef des German Centre in Shanghai, das seit über zehn Jahren deutsche Unternehmen beim Einstieg in den China-Markt begleitet, „dabei würde sich eine landesweite Kampagne Made in Germany eigentlich anbieten.“ 

frank.sieren@wiwo.de | Peking 

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