Archiv: Neuer Job bei Haniel

Eckhard Cordes » Der ehemalige Mercedes-Chef hat einen neuen Arbeitsplatz gefunden: Er wird Chef des wichtigen Metro-Gesellschafters Haniel. 

Die Zeit der selbst gewählten Muße nach dem Abschied von DaimlerChrysler ist für Eckhard Cordes bald zu Ende. Der 55-Jährige wird Vorstandsvorsitzender der Duisburger Holdinggesellschaft Franz Haniel & Cie. Cordes hatte DaimlerChrysler „auf eigenen Wunsch“ zum 31. August dieses Jahres verlassen, nach-dem der Aufsichtsrat nicht ihn, den Mercedes-Chef, sondern Chrysler-Chef Dieter Zetsche zum Nachfolger des Konzern-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp bestimmt hatte. Zetsche hatte damals nach eigenen Angaben noch versucht, Cordes im Unter-nehmen zu halten, doch der war nicht mehr zum Bleiben zu bewegen. Einige Beobachter hatten daraufhin erwar-tet, dass Cordes zumindest in der Autoindustrie bleiben würde, etwa bei einem der angeschlagenen US-Autokonzerne Ford oder General Motors (GM). Zuletzt wurde spekuliert, dass der ausgewiesene Finanzexperte an der Spitze einer Private-Equity-Gesellschaft auftaucht. Cordes soll mit mehreren Gesellschaften gesprochen haben und ist Berater beim Finanzinvestor EQT. 

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Bei Haniel steigt Cordes in eines der größten deutschen Familienunternehmen ein. Die Holding machte im vergangenen Jahr mit weltweit rund 53 000 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 24 Milliarden Euro. Cordes’ Vorgänger hat es nicht lange auf dem Chefsessel ausgehalten. 

Erst zum 1. Mai dieses Jahres hatte der Aufsichtsrat der Haniel-Gruppe, zu der weltweit rund 500 Gesellschafter gehören, Theo Siegert zum Vorstandsvorsitzenden berufen. Vorher hatte Siegert im Vorstand für die Bereiche Finanzen und Recht verantwortlich gezeichnet. Seit Juni 2004 ist er außerdem Aufsichtsratsvorsitzender des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro, an dem Haniel – über die Metro Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG – 19 Prozent hält. Siegert gilt als brillanter Finanzmann, ihm werden aber geringe unternehmerische Fähigkeiten zugeschrieben. 

Das muss sich Cordes nicht nachsagen lassen. Der nordisch unterkühlt auftretende Manager, der voraussichtlich auch das Aufsichtsratsmandat bei der Metro übernehmen wird, gilt als exzellenter Analytiker. Die einst angeschlagene Lkw-Sparte von Daimler-Chrysler transformierte der ehemalige Schrempp-Intimus mit harten Schnitten zu einer der wichtigsten Cashmaschinen des Konzerns. Als Mercedes-Chef initiierte er ein Sanierungsprogramm unter dem Titel Core (Cost down, Revenues up, Execution), das tief greifende Veränderungen in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb, Einkauf und Produktion einschließt. Zum Abschluss bringen muss es jetzt allerdings der neue Mercedes- und künftige DaimlerChrysler-Konzernchef Dieter Zetsche. 

stephan.schmidt@wiwo.de, thomas katzensteiner 

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