Neues Kraftfeld in China

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Dai Xianglong » Der Bürgermeister der nord-chinesischen Hafenstadt Tianjin soll die Region Peking zum mächtigstenWirtschaftszentrum des Landes machen. 

Pekings Nachbarstadt Tianjin am Golf von Bo Hai soll zum mächtigsten Wirtschaftszentrum des Landes noch vor dem Jangtse und Perlfluss-Delta im Süden aufsteigen. Die chinesische Zentralregierung will der Hafenmetropole und der angrenzenden Binhai-Zone, in der bald das erste chinesische Airbus-Werk entsteht, dafür weit gehende wirtschaftspolitische Freiheiten, Steuervorteile und günstige Bodenpreise gewähren. 

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Dai Xianglong, Bürgermeister von Tianjin und von 1995 bis 2002 Chef der chinesischen Zentralbank, rechnet schon mit rund 20 Milliarden US-Dollar Auslandsinvestitionen in der Region allein in den kommenden vier Jahren. Auf dem Nationalen Volkskongress im März wurde Binhai als Schwerpunktprojekt in den Fünfjahresplan aufgenommen. Im Juni erklärte die Zentralregierung Binhai zudem zur „Experimentierzone für umfassende Reformen“, ein Status, den bisher nur Shanghais Finanz- und Produktionsdistrikt Pudong genießt. 

Neben Airbus und seinen Zulieferern sollen in Binhai besonders Automobil- und Mikrochip-Unternehmen gefördert werden. 15 Milliarden Dollar hat der Staat in den kommenden fünf Jahren allein zum Ausbau der Infrastruktur eingeplant. Dai darf ausdrücklich auch mit unorthodoxen Methoden arbeiten. So prüft Peking derzeit die Möglichkeit für die erste Landprivatisierung im kommunistischen China; bisher gehört aller Boden dem Staat und wird nur verpachtet. Binhai ist nicht die erste Wirtschaftszone in der Region. 1984 wurde die Tianjin Economic-Technological Development Area (TEDA) eingerichtet, die seitdem stetig ausgebaut wird. Mehrere tausend ausländische Unternehmen produzieren dort, darunter Motorola, Coca-Cola und Samsung. 

frank.sieren@wiwo.de | Peking 

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