„Nicht in Deutschland“

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Kin Wah Loh » Der designierte Chef der Infineon-Abspaltung Qimonda über die Pläne des Speicherchipherstellers 

Wo soll das neue Unternehmen Qimonda seine Zentrale haben? 

Auf dem Gelände von Infineons neuem Firmensitz Campeon in München sollen zwei weitere Gebäude errichtet werden, die wir anmieten. Dort wollen wir die rund 2000 Mitarbeiter von Qimonda konzentrieren, die bisher in verschiedenen Niederlassungen in München und im Umland arbeiten. Die neuen Gebäude sollen in anderthalb bis zwei Jahren fertig gestellt sein. 

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Infineon hat in den vergangenen Jahren versucht, das Speicherchipgeschäft zu stabilisieren – und ist daran gescheitert. Was wollen Sie anders machen? 

Von Scheitern kann keine Rede sein. Wir brauchten zunächst eine wettbewerbsfähige Kostenposition – und die erreicht man bei Speichern nur durch Größe. Bei einem Marktanteil von sechs oder neun Prozent machte eine Diversifizierung nicht viel Sinn. Dasist nun anders, wo wir zwischen 16 und 18 Prozent erreichen. Zusammen mit unserem taiwanischen Partner Nanya kommen wir sogar auf fast 25 Prozent. Dadurch haben wir nun die Voraussetzung, unser Produktportfolio zu verbreitern. 

Reicht das, um im extrem zyklischen Speichergeschäft langfristig Geld zu verdienen? 

Das machen wir – abgesehen vom letzten Quartal – schon heute. Sogar bei Standard-PC-Speichern arbeiten wir inzwischen profitabel. Und unsere Bemühungen bei höherwertigen Chips sollten helfen, die Volatilität des Geschäfts in Zukunft weiter abzufedern. 

Welche Quote peilen Sie da an? 

Die Branchenbesten erwirtschaften je die Hälfte ihres Umsatzes mit Standard-PC-Chips und mit Spezialspeichern für Grafikkarten oder Handys. Wir haben unseren Anteil von PC-Speichern im vergangenen Jahr von 80 auf etwa 60 Prozent gedrückt. In den kommenden ein bis anderthalb Jahren soll diese Quote auf 50 Prozent sinken. 

Nachdem lange Zeit Asien als bevorzugte Region für einen Qimonda-Börsengang galt, favorisiert Infineon nun offenbar ein Listing in den USA. Warum? 

Im Moment steht nur fest: Wir werden höchstwahrscheinlich nicht in Deutschland an die Börse gehen. Alles andere wird derzeit noch diskutiert. 

Wie wollen Sie denn Investoren für ein Unternehmen gewinnen, das im jüngsten Quartal deutliche Verluste schrieb? 

In den vergangenen drei Jahren hat Qimonda kein Geld mehr verloren. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir bei einem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro rund 120 Millionen Euro verdient... 

...was einer Marge von vier Prozent entspricht. 

Der Einzige, der uns weit voraus ist, ist Samsung. Klar, wir arbeiten hart daran, näher an Samsung heranzukommen. Aber vor allen anderen Konkurrenten brauchen wir uns nicht zu verstecken. 

Nach Umsatz ist Qimonda viertgrößter Speicherproduzent der Welt. Planen Sie Übernahmen? 

Ich will momentan nicht aktiv als Übernehmer auftreten – mich interessiert vor allem profitables Wachstum. 

michael.kroker@wiwo.de 

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