Archiv: Nimm! Mich! Mit!

Wer viel reist, kann zu Hause ausgefallene Musik hören mit dieser exklusiven Compilations- Auswahl von Bars und Hotels. 

Finden Sie es auch langweilig, wenn Ihre Freunde die gleichen CDs im Musikschrank haben wie Sie? Gerade bei Compilations von Bars und Hotels herrscht landesweite Eintönigkeit: Cafe del Mar: Volume eins, zwei... bis zwölf. Buddha- Bar, die x-te. Hotel Costes, die soundsovielste. Pacha? Klar, die komplette Kollektion. Alle gekauft bei Amazon oder im Musikladen um die Ecke. Kein Wunder also, dass die jeder hat. Denn für das Besondere muss man schon ein bisschen mehr Einsatz zeigen, als im Internet auf den Einkaufskorb zu klicken. Für die hier vorgestellten, international ausgesuchten Compilations von Bars, Restaurants und Hotels müssen Sie verreisen – und schnell zugreifen. Denn die meisten Musikzusammenstellungen gibt es nur in begrenzter Auflage. Der Bonus bei der musikalischen Recherche vor Ort: Wer reist, entdeckt nicht nur neue Musiksammlungen, sondern weltweit auch neue In-Adressen. 

Schweiz 

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Die 2004 eröffnete Bar Forum 1 ist nicht zu übersehen. Der riesige Neon-Schriftzug auf dem Dach stammt aus der Zeit, als das Forum noch ein Kino war. Inzwischen ist die Leinwand geschrumpft und durch eine 23 Meter lange Nussbaumwand ersetzt worden. Das Highlight ist eine vollständig in den Boden versenkbare Glasfassade, die aus dem Forum den perfekten Sommertreff macht. 

Die CD: „Forum Compilation. 16 Songs aus Zürich“ ist tatsächlich typisch Zürich: Die Musikernamen wie Minus 8 oder Domenico Ferrari sagen Auswärtigen zwar nichts, Einheimischen aber viel. Dass man die Gruppen nicht kennt, ist nicht weiter schlimm, denn der bunte Mix aus Bossa nova, Jazzintermezzos, R’n’B und Latin-Grooves, passt auch außerhalb Zürichs zu einem gemütlichen Chill-out-Abend. 

Bar Forum, Badenerstr. 120, Zürich, Tel. 00 41/43/2 43 88 88, www.forumzh.ch 

Österreich Das Hotel Triest 2 liegt nicht in Triest, sondern in Wien. Es heißt so, weil es vor über 300 Jahren ein Pferdebahnhof für die Postkutsche von Wien nach Triest war. Außer dem Namen ist davon nichts mehr übrig. Denn 1996 kam Sir Terence Conran und stylte das Triest nach allen Regeln der Kunst zum Designhotel um. 

Die CD: „Another Night at the Triest – Urban Lounging“. Gleich vorab: Die Compilation passt perfekt zum Ambiente des Hotels. Die Musik ist genauso cool. Viele reine Instrumentalstücke und am Ende ein paar Jazzeinlagen eignen sich tatsächlich zum urbanen Loungen oder auch als entspannende Hintergrundmusik für die Arbeit. 

Das Triest, Wiedner Hauptstr. 12, Wien, Tel. 00 43/1/58 91 80, www.dastriest.at 

Japan Das Park Hyatt 3 in Tokio kennen auch viele, die selbst noch nie in Tokio waren. Wer den Film „Lost in Translation“ von Sofia Coppola gesehen hat, der weiß, wie die Zimmer dort aussehen, dass man bei Schlafstörungen selbst mitten in der Nacht noch einen Drink an der New York Bar bekommt und dass man von dort oben einen traumhaften Blick über die japanische Glitzermetropole hat. 

Die CD: „Park Hyatt Tokyo Airflow“ ist keineswegs der Soundtrack zum Coppola-Film, auch wenn er in die gleiche Stilrichtung geht. Gemixt von dem Pariser DJ Djamel Hammadi, ist sie ein Sound-Mix von drei Kontinenten: Die Songs kommen unter anderem von den Troublemakers, von Teddy Pendergrass und Brother of Soul. Ein guter Begleiter durch die Nacht, der – wie auf dem Cover steht – auch wirksam gegen Jetlag hilft. 

Park Hyatt, Nishi-Shinjuku, Shinjuku-Ku, Tokio, Tel. 00 81/3/53 22 12 34, 

www.tokyo.park.hyatt.com 

Italien Das Carducci 76 4 ist ein Hotelkleinod für Individualisten inmitten der Pauschaltouristen. 20 Kilometer von Rimini entfernt hat der Bruder von Modedesignerin Alberta Ferretti eine Strandvilla aus dem Jahr 1920 mit viel Liebe in ein Fünf-Sterne-Haus mit 38 Zimmern verwandelt. Der Stil ist puristisch bis eklektisch. Zen-Gestecke, Zebrakissen, thailändisches Kolonialambiente zeugen davon. 

Die CD: „All over the world, Vol.4“. Der Titel ist Programm bei dieser vierten Compilation des kleinen Luxushotels. Auf der Basis von traditioneller Weltmusik haben Massimo Ferretti und seine Producer eine sehr sphärisch angehauchte Lounge-CD gestrickt, die mit ihren vielen rein instrumentalen Titeln als perfekte Spa-Hintergrundmusik den Hörer sanft in den Schlaf wiegt. 

Hotel Carducci 76, Viale Carducci, 76, Cattolica, Tel. 00 39/05 41/95 46 77, 

www.carducci76.it 

Deutschland Der Sage Club 5 ist eine Institution in Berlin. Kurz nach der Wende eröffnete der damals noch illegale Club im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße. Seit 1997 ist er offiziell, heißt Sage (bitte englisch aussprechen) und hat Bar, Chill-out-Area, Lounge, Swimmingpool. Sein Wahrzeichen ist der Drache über der Tanzfläche. 

Die CD: „Sage Club 4“ ist, wie der Name sagt, bereits die vierte Compilation des Berliner Clubs. Weil es mit den CDs so gut läuft, hat die Sage Group inzwischen eine Abteilung, die sich darum bemüht, die eigenen DJs zu promoten. Das ist auch diesmal der Fall: DJ Dirk Dreyer hat hier einen Mix aus House, Electro und Techno produziert, der den Sound des Sage Clubs in die Wohnzimmer bringt. 

Sage Club Berlin, Köpenicker Straße 76, U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße, 

Berlin-Mitte, Tel. 0 30/2 78 98 30, 

www.sage-club.de 

USA  Der Cielo Club 6 ist – der Name legt es nahe – für viele New Yorker der Himmel auf Erden. Der im Meatpacking District gelegene Club im braun-beigen Siebzigerjahre-Design räumt seit Jahren alle Preise ab, die ein Nightclub gewinnen kann. Und das trotz Rauchverbot und wenig Platz. 

Die CD: „Cloud 9“ ist nicht die neunte Compilation des Cielo Clubs, sondern die erste und lang ersehnte – in Form einer Doppel-CD. Die erste wurde vom Cielo-Gründer Nicolas Matar, die zweite CD vom Resident DJ Willie Graff gemixt. Wie auch im Nightclub bekommt man vor allem House-Musik mit vielen exklusiven Tracks und einem Schuss Latinorhythmus. 

Cielo Club, 18 Little West 12th Street, 

New York, Tel. 0 01/2 12/6 45 57 00, 

www.cieloclub.com 

Frankreich 

Das Kong 7 ist ein Restaurant mit Bar, das sich direkt an der Seine, in den obersten Stockwerken eines früheren Kaufhauses befindet. Das Ambiente, entworfen von Philippe Starck, ist so stylish, die Aussicht so umwerfend, dass es als einziges Pariser Lokal in der Fernsehserie „Sex and the City“ auftaucht. 

Die CD: „Kong“ heißt die erste, leider nur in kleiner Stückzahl aufgelegte Compilation der Bar. Man sollte sie sich schnell sichern. Schon allein wegen des Hologramm-Covers mit drei verschiedenen Frauenmotiven. Und die Musik? Dance-Musik pur! Lauter bekannte Songs wie „Car Wash“ oder „Miss you“ zum Mitsingen und frech aufgemixt. 

Kong, 1, rue du Pont Neuf, Paris, 

Tel. 00 33/1/40 39 09 00, www.kong.fr 

England 

Das Spoon 8 ist eine Londoner In-Adresse zum schicken Dinieren. Der französische Star-Koch Alain Ducasse hat sich mit dem gleichfalls französischen Designer Philippe Starck zusammengetan, um im Londoner Fünf-Sterne-Hotel Sanderson ein Restaurant aufzumachen. Ergebnis: Kreativität in Design und Essen. 

Die CD: „Music 2 eat. La Musique des Restaurants – Spoon“ heißt die CD-Compilation, die Mathieu Leguern für und angeblich mit Chefkoch Alain Ducasse gemixt hat. Weil der Küchenmeister offenkundig Songs wünschte, die seine Gäste beim Genießen nicht stören, sind am Ende ruhige Stücke, meistens gesungen von Jennifer Woollacott, herausgekommen. Angenehm unaufdringlich und für echte Gourmets. 

Spoon im Sanderson Hotel, 50 Berners St., London, Tel. 00 44/20/73 00 14 00, www.sandersonlondon.com. 

Barbara Markert 

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