Offen für Open Source

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Innovation ist wichtig – doch noch wichtiger ist wirtschaftlicher Erfolg, der in USA in Dollar gemessen wird. Marc Fleury ist erfolgreich: Der Linux-Spezialist Red Hat will für Fleurys Open-Source-Softwareunternehmen Jboss bis zu 420 Millionen Dollar ausgeben. Jboss entwickelt so genannte Middleware, also Spezialsoftware zur Verknüpfung von IT-Anwendungen in Unternehmen. Mit Service und Wartung seiner Produkte macht Fleury derzeit einen Jahresumsatz im niedrigen zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich. Es wäre die bisher größte Übernahmesumme für ein Unternehmen, das sich auf Open-Source-Anwendungen spezialisiert hat. Der hohe Kaufpreis für Jboss ist aber nicht nur Gradmesser für das unternehmerische Geschick von Firmengründer Fleury. Er belegt auch die wachsende Popularität von Open Source. Das ist Software, die ohne Lizenzgebühren genutzt werden kann und deren Programmkode öffentlich zugänglich ist. 

Die Idee wurde Ende der Neunzigerjahre als ideologisch verbrämtes Hirngespinst vermeintlicher Weltverbesserer wie Linux-Erfinder Linus Torvalds angesehen und wegen des scheinbar nichtkommerziellen Ansatzes verfemt. Inzwischen hat jedoch ein Umdenken eingesetzt. Wagnisfinanzierer pumpten im vergangenen Jahr rund 190 Millionen Dollar in Open-Source-Gründungen. Geld wird in dem Geschäft vor allem mit Wartungsverträgen gemacht. 

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Inzwischen steht Open Source für einen neuen Ansatz, Software zu entwickeln und zu vertreiben: Offen für alles, transparent, flexibel, bei Bedarf weiterentwickelbar und über das Internet verwaltet. Begabte Programmierer können auf diese Weise ohne große Vorlaufkosten ihre Projekte und Unternehmen hochziehen. Das erklärt, warum die großen Software-unternehmen nun verstärkt nach jungen Open-Source-Schmieden spähen. Zu Jahresbeginn verleibte sich beispielsweise Softwaregigant Oracle Sleepycat Software ein. Hoch gehandelt als Übernahmekandidaten werden derzeit die Datenbankanbieter MySQL und Enterprise DB sowie MontaVista und Zend Technologies. Sieht ganz so aus, als sollten jene 430 Millionen US-Dollar für Jboss nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein. 

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