Archiv: Offen oder still

Die wichtigsten Factoring-Modelle im Überblick. 

Das häufigste Modell des Forderungsverkaufs ist nach Angaben des Bundesverbandes Factoring für den Mittelstand das sogenannte Full-Service-Factoring. Dabei verkauft das Unternehmen nicht nur seine Forderungen, sondern lagert auch Ausfallrisiko, Debitorenbuchhaltung und Inkasso aus. Eine abgetretene Forderung erstattet der Partner sofort bis zu 90 Prozent. Der Rest gilt als Sicherheitseinbehalt und folgt, abzüglich der Gebühr, wenn der Kunde bezahlt hat. 

Darunter sind verschiedene Abstufungen möglich. Beim echten Factoring verkaufen Unternehmen neben den Forderungen zusätzlich noch das Ausfallrisiko. Verkauft das Unternehmen Forderungen und Ausfallrisiko, wickelt aber Buchhaltung und Inkasso quasi treuhänderisch ab, spricht man von Inhouse-Factoring. Hier ist bei Ausfällen oder Verzögerungen mehr Fingerspitzengefühl gegenüber dem Kunden möglich. 

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Die meisten Unternehmen informieren ihre Kunden vorab über den Einsatz des Factors, betreiben also offenes Factoring. Dagegen ist stilles Factoring zum Beispiel für Unternehmen attraktiv, die bereits Zahlungsschwierigkeiten hatten und durch den Einsatz des Factors nicht für Verunsicherung bei ihren Kunden sorgen wollen. Das Unternehmen verkauft dann nur die Forderung. Buchhaltung und Inkasso bleiben im Haus, damit die Kunden den Einsatz des Factors beim Eintreffen der Rechnung nicht bemerken. Aus Sicht der Factoring-Gesellschaften ist dies allerdings eine eher ungünstige Variante, weil das Unternehmen den offenen Betrag erst später erstattet. „Unser Risiko ist größer, daher müssen Unternehmen eher besser dastehen als beim offenen Factoring – finanziell wie organisatorisch“, sagt Alexander Held, Leiter Marketing und Vertrieb der Creditreform-Tochter Crefo Factoring Pforzheim GmbH & Co. KG. 

Beim Export-Factoring steht der Factor auch für Währungsrisiken ein und berät in Handelsfragen. Das Modell bieten allerdings nur wenige Gesellschaften an. Abgetreten werden kann in diesem Fall alles, was auch per Warenkreditversicherung oder Hermes-Bürgschaft gedeckt werden könnte. Entscheidend sind hierbei das Kunden- und das Länderrisiko. Forderungen an die Niederlassungen westlicher Konzerne übernimmt ein Factor meist problemlos auch in Entwicklungsländern. Bei unbekannten Unternehmen springt er nur ein, wenn auch das Länderrisiko abgesichert werden kann. 

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