Archiv: Offensiv in Indien

Peter Kronschnabl »  Der neue Indien-Chef von BMW soll der deutschen Premiummarke auf dem Subkontinent zum Durchbruch verhelfen. 

Vom indischen Premierminister Manmohan Singh ist Peter Kronschnabl begeistert. „Bei dieser Regierung hat man den Eindruck, dass sie es mit den Wirtschaftsreformen wirklich ernst meint“, sagt der neue Indien-Chef von BMW. Vom Boom, den Singhs Wirtschaftspolitik mit ausgelöst hat, möchte auch der bayrische Autohersteller profitieren. Im ersten Quartal kommenden Jahres sollen im neuen BMW-Werk im südostindischen Chennai die ersten Fahrzeuge vom Band laufen. Produziert werden zunächst Modelle der 3er- und 5er-Reihe. 

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Im ersten Jahr werden wahrscheinlich 900 bis 1000 Autos gefertigt. In den Folgejahren soll die Produktion auf etwa 2000 Fahrzeuge jährlich hochgefahren werden. Damit zöge BMW mit Mercedes gleich. Die Stuttgarter fertigen schon seit Mitte der Neunzigerjahre in Pune bei Mumbai Modelle der E- und C-Klasse. Das Werk betreibt Mercedes gemeinsam mit dem indischen Unternehmen Tata Motors. Profitabel ist Mercedes inIndien nach Angaben aus Branchenkreisen aber erst seit dem vergangenen Jahr.„BMW wird in Indien profitabel operieren“, sagt Kronschnabl. Etwa 20 Millionen Euro investieren die Münchner in das indische Werk, das zunächst 130 Mitarbeiter beschäftigen soll. 

Zurzeit baut Kronschnabl das Händlernetz auf. Die ersten Autohäuser sollen im kommenden Jahr eröffnet werden, bis 2009 soll es mindestens zwölf geben. Profitieren will BMW vor allem von der kaufkräftigen Mittelschicht, die im Zuge des IT-Booms der vergangenen Jahre rasch gewachsen ist. „Der Einstiegspreis für ein Auto der 5er-Reihe wird bei rund 80 000 US-Dollar liegen“, sagt Kronschnabl. So viel kostet in Indien ungefähr auch ein Mercedes der C-Klasse. 

Schon Ende der Neunzigerjahre hatte BMW einen Markteinstieg in Indien erwogen, ihn dann aber wegen der strengen Auflagen der Regierung verworfen. Inzwischen sind die Vorschriften gelockert. So kann BMW anders als in China ohne einen lokalen Partner an den Start gehen und das Werk als 100-prozentige Tochter betreiben. Außerdem hat die Regierung die Bestimmung abgeschafft, dass mindestens 50 Millionen Dollar investiert werden müssen. Darüber hinaus ist die indische Regierung den Münchnern ein großes Stück entgegengekommen. So zahlt BMW in Indien für mehrere Jahre keine Steuern. Klar, dass Kronschnabl von Indiens Premierminister und dessen Wirtschaftskurs begeistert ist. 

matthias.kamp@wiwo.de 

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