Archiv: Ohne Altlasten

Henner Klein » Der Weltchef der Beratungsgesellschaft A.T. Kearney startet mit verbesserten Zahlen und reduzierten Kosten in die Unabhängigkeit. 

Durch die Organisation ging ein Aufatmen: Nach über zehn Jahren als Tochterunternehmen des amerikanischen IT-Dienstleisters EDS besiegelte A.T. Kearneys Weltchef Henner Klein Montagnacht die neue Unabhängigkeit. Kearneys 170 Top-Berater kaufen das Geschäft von der amerikanischen Mutter zurück. Die Aussicht auf Eigenständigkeit hat die Berater offenbar schon im letzten Quartal 2005 beflügelt: Während EDS für die Tochter bis Ende September noch ein Umsatzminus melden musste, haben sie im vierten Quartal das Ruder herumgerissen. Nach Jahren des Rückgangs gelang es A.T. Kearney 2005 erstmals wieder, den Umsatz um rund zwei bis drei Prozent gegenüber den 806 Millionen Dollar aus dem Vorjahr zu steigern. In Zentraleuropa erhöhte das Team unter Dietrich Neumann die Einnahmen um rund 4,5 Prozent auf 165 Millionen Euro. Das erste Jahr in Eigenregie soll noch besser werden. Die Auftragseingänge liegen derzeit in Zentraleuropa fünf bis sieben Prozent über dem Vorjahresniveau, sagte Neumann der WirtschaftsWoche. Gleichzeitig startet A.T. Kearney mit reduzierten Kosten in die Eigenständigkeit. Weltweit hatten sich die Berater 2005 ein Sparprogramm verordnet. In Zentraleuropa wurden die Büroausgaben um 30 Prozent und die Verwaltungskosten um 20 Prozent gesenkt. Neumann: „So starten wir ohne Altlasten.“ 

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Das gilt allerdings nur, wenn man von den rund zehn Prozent der Senior-Berater absieht, die sich nicht finanziell an dem Rückkauf des Unternehmens beteiligen wollten. Gegenüber der WirtschaftsWoche stellte Neumann klar, dass es neben den Partnern auf Dauer keine angestellten Top-Führungskräfte bei Kearney geben wird. Allerdings hätte mehr als die Hälfte der Senior-Berater, die sich nicht am Rückkauf beteiligen wollten, bereits selber die Konsequenz gezogen und das Unternehmen verlassen. Die anderen Fälle werde man in einer Übergangsphase einzeln prüfen. 

Als unabhängige Beratungsgesellschaft hofft Kearney, wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Deshalb will Neumann in diesem Jahr in Zentraleuropa zusätzlich 60 bis 100 Berater einstellen. Bei der Personalsuche hilft die Eigenständigkeit. Neumann: „Wir bekommen viele Anrufe – auch von früheren Kollegen, die sich in der neuen Konstellation vorstellen können, zu uns zurückzukehren.“ 

brigitte.haacke@wiwo.de 

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