Archiv: Ohne Anwälte?

Herbert Müller » Dem Deutschlandchef des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young droht der Verlust der assoziierten Anwaltskanzlei. 

Seit Jahren ist die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young mit der Wirtschaftskanzlei Luther assoziiert. Den Kunden haben Ernst & Young und Luther gemeinsame Leistungen im Paket angeboten. Doch jetzt muss Ernst & Young-Deutschlandchef Herbert Müller um diese Anbindung bangen. Luther prüft, sie zu kappen. Grund sind verschärfte internationale Anforderungen an die Unabhängigkeit von Abschlussprüfern. So gilt die Kanzlei zwar nach deutschem Berufsrecht als unabhängig, nicht aber nach den strengen Vorschriften der US-Börsenaufsicht SEC. Dadurch kann Luther nicht für Unternehmen arbeiten, die in den USA gelistet sind und von Ernst & Young geprüft werden. Auch Frankreich hat die Bestimmungen für die Trennung zwischen Beratung und Prüfung nochmals verschärft – und das nicht nur für Kapitalmarktunternehmen. 

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„Bisher haben die Vorteile der Verbindung klar überwogen“, sagt ein deutscher Luther-Partner. Eine definitive Entscheidung sei noch nicht gefallen. Auf Grund der persönlichen Kontakte zwischen Mitarbeitern beider Häuser werde es aber auch „im Falle einer Entflechtung eine enge Beziehung auf Arbeitsebene geben“. 

Andere Kanzleien haben sich bereits von Prüfungsgesellschaften getrennt. So lösten die Anwälte von Veltins die Verbindung zu PricewaterhouseCoopers und firmieren nun unter Heussen. Auch die Ex-KPMG-Kanzlei Beiten Burkhardt ist wieder unabhängig. Wegen der Regulierung hatte sich die weltweite Dachmarke EYLaw bereits in einzelne Gesellschaften aufgelöst. 

cornelius.welp@wiwo.de 

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