Archiv: Ohne Vertrag

Jutta Kleinschmidt » Volkswagen lässt die Rennfahrerin zappeln. Motorsportchef Kris Nissen will die nächste Rallye Dakar mit einem reinen Männerteam bestreiten. 

Der Fernsehkanal Eurosport berichtet seit zehn Jahren ausführlich über die Rallye Dakar das längste, härteste und schwierigste Autorennen der Welt. In Deutschland verfolgten zuletzt durchschnittlich 224 000 Zuschauer die Tour, 25 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Das war definitiv der Kleinschmidt-Faktor“, sagt Heike Gruner von der Eurosport Media GmbH. Doch ob die gebürtige Kölnerin Jutta Kleinschmidt, die 2001 als erste Frau den Wüstenmarathon gewonnen hat, künftig wieder für VW fährt, ist fraglich. Bisher hat der Autokonzern der 43-Jährigen keinen neuen Vertrag angeboten. 

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Dabei hatte VW-Motorsportchef Kris Nissen sie vor dem Rennen im Januar noch als „eine der besten und stärksten Waffen“ im Kampf um den Gesamtsieg gepriesen. Doch nach ihrem Unfall auf der elften Etappe war es damit vorbei: Ende Januar lief sang- und klanglos der Vertrag aus, den VW und Kleinschmidt im Mai 2002 geschlossen hatten. Gespräche über einen neuen Vertrag mit der Starpilotin und Mitkonstrukteurin des Race-Touareg scheiterten bisher angeblich daran, einen Termin mit ihr und ihrem Manager Willi Weber zu vereinbaren. Erst Ende April will man sich nun zusammensetzen. Doch VW-Motorsportchef Nissen macht keinen Hehl daraus, dass er lieber ein reines Männerteam hätte. Die Verträge mit den Werksfahrern Carlos Sainz aus Spanien und Giniel de Villiers aus Südafrika wurden bereits verlängert. Der Däne hätte auch gerne Rallye-Altmeister Walter Röhrl, 59, mit an Bord gehabt. Doch obwohl Nissen dem Altmeister 50 Prozent mehr bot, als Kleinschmidt bei VW verdiente, holte er sich bei Röhrl einen Korb. 

Möglicherweise geht das VW-Werksteam bei der Rallye Dakar 2007 statt mit fünf nun nur noch mit vier Autos an den Start: „Unsere Mittel sind schließlich nicht unbegrenzt“, so ein VW-Manager. Kleinschmidt prüft deshalb vorsorglich Alternativen. Sowohl Mitsubishi als auch das private BMW-Team von Stefan Quandt haben Interesse bekundet. 

franz.rother@wiwo.de 

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