Archiv: Ordnende Hand

Nikolaus von Bomhard » Der Chef der Münchener Rück sichert sich mit seinem Einzug in den Unicredit-Verwaltungsrat die Chancen auf eine erweiterte Vertriebskooperation. 

Im Grunde hat Nikolaus von Bomhard für die Arbeit in Kontrollgremien nicht viel übrig. Der 49-jährige Vorstandschef der Münchener Rück kümmert sich lieber um seinen Konzern, als fremde Unternehmen zu beaufsichtigen. Bisher sitzt Bomhard nur im Aufsichtsrat der Düsseldorfer Ergo-Gruppe – an der hält die Münchener Rück mehr als 90 Prozent der Aktien. Doch Mitte Dezember wird von Bomhard ein zweites Mandat übernehmen. Er zieht in den Verwaltungsrat des italienischen Finanzkonzerns Unicredit ein, der vor Kurzem die Münchner Hypovereinsbank (HVB) übernommen hat. Eine gute Basis für weitere Kooperationen. 

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Obwohl die Münchener Rück erst vor wenigen Tagen ihren Anteil an Unicredit auf unter fünf Prozent gedrückt hat, sind bald drei Manager des Versicherungskonzerns bei der italienischen Gruppe vertreten. Neben von Bomhard geht Ex-Münchener-Rück-Chef Hans-Jürgen Schinzler in den Unicredit-Verwaltuntgsrat. Und Ergo-Chef Lothar Meyer übernimmt im HVB-Aufsichtsrat das Mandat, das bisher Schinzler innehatte. „Die Mandate signalisieren, dass die Münchener Rück der bevorzugte Versicherungspartner von Unicredit ist“, heißt es aus italienischen Verhandlungskreisen. Noch wiegelt die Münchener Rück ab, sie wolle „sich nicht in bereits bestehende Partnerschaften hineindrängen“. Und auch Unicredit will sich nicht öffentlich äußern. Dabei sollen Mailand und München bereits über eine Erweiterung von Vertriebsvereinbarungen gesprochen haben. Klar ist, dass in Deutschland die HVB weiter Ergo-Policen verkauft. In Italien hat Unicredit noch eine Kooperationsvereinbarung mit der Allianz-Tochter RAS, doch der Vertrag läuft Ende 2006 aus. In Österreich arbeitet die zur Unicredit-Gruppe gehörende Bank Austria mit der Wiener Städtischen zusammen. Und in Osteuropa gibt es im neuformierten Unicredit-Konzern ein buntes Sammelsurium an regionalen Kooperationen. Ein Durcheinander, das von Bomhard wohl liebend gerne ordnen würde. Bereits im August kündigte er an: „Wenn ein Partner nicht mehr will, dann stehen wir selbstverständlich zur Verfügung.“ Die Münchener-Rück-Tochter Ergo ist bereits in den baltischen Staaten, in Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei vertreten sowie in Italien und Österreich. 

stefanie.burgmaier@wiwo.de | Frankfurt 

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