Archiv: Partnergesucht

Evert Dudok »  Der Chef der EADS-Raumfahrtsparte will eine neue Kooperation mit den Russen eingehen, eine Mondstation einrichten und die Rendite steigern. 

Voraussichtlich am 28. Mai, einem Sonntag, soll der Airbus-Flieger Beluga das Weltraumlabor Columbus von Bremen zum US-Weltraumstartplatz Cape Canaveral bringen. Das in Bremen fertig gestellte Labor gilt als zentraler Beitrag Europas zur Internationalen Raumstation ISS. Evert Dudok, verantwortlich für den Bau von Columbus und Chef der EADS Space Transportion, der Raumfahrtsparte der Airbus-Mutter EADS, hegt bereits neue Pläne. 

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„Ein Riesenschritt“, so Dudok, wäre die Errichtung der Mondstation Life: mit der Ariane-Rakete würde ein großes Radioteleskop zur Rückseite des Mondes gebracht und dort aufgestellt. „1,3 bis 1,5 Milliarden Euro“, sagt Dudok, koste das Projekt, Anfang 2008 soll die Finanzierung stehen. Es soll helfen, die Entwicklung des Planetensystems seit dem Urknall zu erforschen. Auch die bemannte europäische Raumfahrt hat er im Visier. „Das kann man aus Kostengründen nur mit einem Partner machen“, sagt Dudok, „dafür bräuchten wir die Russen. Die sind da pragmatisch.“ Auch über eine Beteiligung an der russischen Raumfähre Clipper denkt er gemeinsam mit EADS nach. 

Nach schwierigen Zeiten soll die EADS-Raumfahrtsparte die Rendite von heute zwei Prozent in den nächsten Jahren kontinuierlich steigern. „Statt derzeit fünf Ariane-Raketen pro Jahr denken wir darüber nach, zunächst sechs und dann bis zu acht zu bauen“, sagt Dudok. Außerdem will er eine Zwölf-Tonnen-Version der Ariane 5 bauen. „Die brauchen wir unbedingt“, sagt Dudok. Dank wiederzündbarer Oberstufe wäre sie flexibler und könnte mehr Satelliten ins All transportieren. Dazu will er die 2005 abgebrochenen Gespräche mit der französischen Gesellschaft Snecma, die inzwischen zum Safran-Konzern gehört, über ein Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Antriebe wieder aufnehmen. Dudok: „In das Thema kommt in den nächsten zwölf Monaten Bewegung. Wir überlegen auch in Richtung einer großen Raketenfirma oder eines Triebwerkskonzerns.“ 

gerhard.blaeske@wiwo.de | Paris 

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