Presidential Suite The Greenbrier White Sulphur Springs

Archiv: Presidential Suite The Greenbrier White Sulphur Springs

Der Name verspricht windzerzauste Natur, es könnte auch der Titel eines Romans von Jane Austen sein: Greenbrier, grüner Dornbusch. Knapp fünf Stunden sind es von Washington mit dem Auto bis in diesen abgelegenen Winkel West Virginias: White Sulphur Springs, so genannt wegen der schwefelhaltigen Heilquellen am Ort. 1913 eröffnet dort ein Grandhotel, das Greenbrier, bei dessen Gestaltung die amerikanische Innenarchitektin und Stilikone Dorothy Draper maßgeblich mitwirkte. Der doppelte Charme, Abgeschiedenheit plus höchster Standard, zieht die High Society an: Der 28. US-Präsident Woodrow Wilson kommt. Später geht man dort golfen. Auf dem renommierten Parcours spielen Eisenhower, der Prince of Wales, Bob Hope, Bing Crosby. 

Wenn die Herrschaften aus dem Weißen Haus gleich auch übernachten wollen, finden sie in der Presidential Suite des 802 Zimmer zählenden Luxushotels ein angemessenes Quartier. Ein Flügel des Gebäudes ist komplett für die hohen Gäste reserviert. Sieben Schlafzimmer zählt die Suite, ein riesiges Foyer gehört dazu, eine Bibliothek und ein Speiseaal. 125 Personen, so die Auskunft des Hotels, könne der Gast in seiner Suite bewirten, ohne dass es eng werde. In der Hauptsaison, die von April bis Oktober währt, sind dafür knapp 5400 Dollar pro Nacht fällig. 

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Als wären dies noch nicht genug Attraktionen, findet die „Washington Post“ im Sommer 1992 einen weiteren höchst interessanten Grund für einen Abstecher zum Greenbrier. Das Blatt stößt auf ein Geheimprojekt der Regierung, das mehr als drei Jahrzehnte buchstäblich unter den Füßen der Gäste ablief. Als das Hotelmanagement in den Fünfzigerjahren den Anbau eines Westflügels plante, wurde Washington vorstellig: Ob man sich vielleicht an den Baukosten beteiligen dürfte? Man würde im Gegenzug gerne zur Untermiete im Keller einziehen. Unter dem Vorwand aufwendiger Bodenuntersuchungen wurde 30 Meter unter dem Hotel ein gigantischer Bunker gebaut, der im Ernstfall eines Atomkriegs den gesamten US-Kongress beherbergen sollte. 1959 war Baubeginn, rechtzeitig zur Kubakrise wurden die ersten Vorräte an Trockennahrung eingelagert. Oben genossen die Gäste die Annehmlichkeiten ihrer luxuriösen Suiten, unten hefteten Geheimdienstler schon die Namensschildchen der Volksvertreter an die Etagenbetten. 1995 wurde das Projekt stillschweigend beerdigt, der Kalte Krieg zu den Akten gelegt. Gäste des Greenbrier dürfen noch zur Besichtigung in die Unterwelt hinabsteigen. 

300 W. Main Street, White Sulphur Springs, WV 24986, Tel. 0 01/8 00/4 53 48 58, www.greenbrier.com 

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