Archiv: Procter & Gamble

Kreativer Input: Wie Wissen von außendie Innovationsleistung ankurbeln kann. 

Die offenen, farbenfrohen Räume, in denen Wissenschaftler und Ingenieure auf Vertriebsexperten, Trendforscher und Marketingleute treffen, haben nur noch wenig gemein mit den alten F&E-Laboren von Procter & Gamble. Bei dem Konsumgüterkonzern im amerikanischen Cincinnati wurden im wahrsten Sinne Mauern eingerissen, um die interne Zusammenarbeit zu verbessern und die Zahl erfolgreicher Innovationen zu steigern. 

Die Forschungsabteilung des weltgrößten Konsumgüterkonzerns hat sich aber nicht nur intern geöffnet. In einem beispiellosen Kraftakt sucht das Unternehmen weltweit nach verwertbaren Innovationen, kanalisiert die Konzepte und lässt sie in die eigenen Entwicklungsprozesse einfließen. Bei diesem Programm mit der internen Bezeichnung „Connect + Develop“ werden nicht nur Ideen in das Unternehmen getragen, das Unternehmen vergibt auch Rechercheaufträge nach außen. 

Anzeige

So geschehen im Jahr 2002: P&G hatte die Idee, Pringles-Chips mit Bildern von Popstars zu bedrucken. Keiner hatte allerdings eine Ahnung, wie so etwas kostengünstig umzusetzen wäre. Also ging eine Anfrage an die 7500 Entwickler des Unternehmens in aller Welt. Schließlich entdeckte einer von ihnen bedruckte Kekse in einer Bäckerei im italienischen Bologna. DieBäckerei gehört einem Universitätsprofessor, der ein entsprechendes Druckverfahren erfunden hatte. Procter & Gamble-Forscher entwickelten die Technik mit geringem Aufwand weiter, und das Produkt wurde schließlich in den USA eingeführt. Seit zwei Jahren wächst das Geschäft mit ihm zweistellig. 

Unter der Federführung von Technologievorstand Gil Cloyd und Larry Huston, Vice-President für Innovation und Wissen, steigerte P&G den Anteil von Innovationen, die mithilfe von externem Wissen realisiert wurden, von 10 auf 35 Prozent. Aber das erklärte Ziel ist damit noch längst nicht erreicht. Konzernchef Alan Lafley will den Anteil auf 50 Prozent steigern. Unter dem Dach des Geschäftsbereichs „External Business Development“ wurden bereits über 500 Verträge geschlossen, allein 2005 rund 100. Die Abkommen reichen vom kleinen Lizenzvertrag bis hin zur Übernahme größerer Unternehmen, die über interessantes Know-how verfügen. 

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%