Profitieren vomhohen Ölpreis

Archiv: Profitieren vomhohen Ölpreis

Aua, das tut weh. 3,50 US-Dollar kostet im Schnitt derzeit die Gallone Normalbenzin in den USA. Das sind auf deutsche Verhältnisse umgerechnet 73 Eurocent pro Liter und für unsere Verhältnisse immer noch ein Schnäppchen. Doch für die Amerikaner ist das ein Rekordwert. Der sie umso härter trifft als sie mit ihren fahrbaren Untersätzen im Jahr weit mehr Kilometer zurücklegen als die Menschen hier zu Lande. Denn öffentlicher Nahverkehr ist in den USA entweder nicht vorhanden oder schlecht ausgebaut und zudem chronisch unzuverlässig. Einigen Wagnisfinanzierern im Silicon Valley – allen voran John Doerr von Kleiner Perkins – kommt der hohe Ölpreis allerdings gerade recht. Denn mit ihm verliert „grüne Energie“ im Land der unbegrenzten Energieverschwendung seinen Ruch als Steckenpferd von Öko-Spinnern und wird zur interessanten Investition. 1,6 Milliarden US-Dollar pumpten US-Wagnisfinanzierer laut Berechnungen von Cleantech Venture Networks schon im vergangenen Jahr in „saubere Technologien“, 43 Prozent mehr als in 2004. Das sind zwar nur sieben Prozent des gesamten US-Risikokapitals. Doch das Segment wächst derzeit am schnellsten. Für dieses Jahr wird ein neuer Rekord zwischen 2,5 bis 3,0 Milliarden US-Dollar erwartet. Trifft die Prognose ein, stößt Cleantech 2006 im Investitions-Ranking auf den dritten Platz hinter Biotechnologie und Software vor. Allein Doerr und seine Partner von Kleiner Perkins wollen demnächst mindestens 100 Millionen US-Dollar in Energieunternehmen stecken. Es ist ein Markt ganz nach ihrem Geschmack – noch kaum erschlossen, mit globalem Potenzial, gefördert mit erheblichen Steuergeldern und gut für das Image. 

Vom Geldregen profitieren vor allem Entwickler kostengünstiger Solar-Zellen wie Nano-Solar aus Palo Alto und Designer von effizienten Energiespeichern wie PowerGenix aus San Diego, aber auch Softwarespezialisten wie Fat Spaniel Technologies aus Menlo Park, die Systeme zum Überwachen des Energieverbrauchs anbieten. Viel Know-how auf dem Gebiet ist in Europa, vor allem Deutschland vorhanden. Und so werden die Amerikaner wohl demnächst auf dem alten Kontinent auf Einkaufstour gehen. Geld genug dafür haben sie. 

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