Radikale Einsch nitte

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KarstadtQuelle » Der Konzern baut seine Versandhandelstöchter Quelle und Neckermann um. Die Führungsstruktur wird drastisch gestrafft. Vier Versand-Vorstände müssen gehen. 

In der Essener Zentrale des KarstadtQuelle-Konzerns wurde Finanz- und Versandhandelsvorstand Harald Pinger lange nicht gesichtet. Seit Konzernchef Thomas Middelhoff den 45-Jährigen vor rund acht Wochen mit einer Task-Force zu den Not leidenden Versandhandelstöchtern Quelle und Neckermann geschickt hat, ist Pinger mit seinen Mannen in Fürth, dem Quelle-Stammsitz, abgetaucht. Nach acht Wochen Wühlarbeit meldet sich Pinger nun mit radikalen Maßnahmen zurück. 

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Um die Töchter wieder auf Konzernlinie zu trimmen, wird der Vorstand bei Neckermann und Quelle stark reduziert, heißt es aus Unternehmenskreisen. KarstadtQuelle-Chef Middelhoff hatte bereits bei seinem Amtsantritt Mitte Mai angekündigt, die gesamte Führungsstruktur des Konzerns drastisch zu straffen. So sollen Quelle und Neckermann in Zukunft keine eigenständigen Aktiengesellschaften mehr sein, sondern weisungsgebundene GmbHs. Damit berichten die Geschäftsführer direkt an den Konzernvorstand. Außerdem wird das gemeinsame Auslandsgeschäft von Quelle und Neckermann in Zukunft wieder getrennt geführt. 

Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte Pinger bereits direkt nach seinem Amtsantritt als Versandhandelschef Mitte Mai  Georg Zupancic nach Hause geschickt, der bei Quelle und Neckermann seit Mitte 2004 im Vorstand für die Finanzen zuständig war. Neben seinem direkten Amtsvorgänger, dem früheren Versandhandelschef Arwed Fischer, macht Pinger Zupancic maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Planungen für Quelle und Neckermann im Laufe der vergangenen Monate mehrfach nach unten korrigiert werden mussten. Stattdessen kontrolliert zukünftig Ulrich Mix , früher Treasurer bei der Konzernmutter KarstadtQuelle, die Finanzen des Versandhandels. Dem jetzigen Revirement fällt darüber hinaus der bisherige Vertriebs- und Marketingvorstand Gebhard Stammler zum Opfer. Auch Auslandsvorstand Nathalie Balla und Textilchef Peter Wahle werden ihre Stühle kurzfristig räumen. Wie Stammler waren Balla und Wahle nicht für die neue Geschäftsführung von Quelle und Neckermann vorgesehen, hätten jedoch im Gegensatz zu Stammler weiter in anderer Funktion bei Quelle und Neckermann arbeiten können. Das haben sie abgelehnt. Damit bleiben von den früher neun Vorständen vier übrig, die in Zukunft neben Mix in der Geschäftsführung die Geschicke von Quelle und Neckermann lenken sollen:  Michael Badke, bisher für Technik und Hartwaren zuständig, wird in die Geschäftsführung von Quelle einziehen. Auch Leo Kraftsik (bisher Spezialversand), Georg Sutter (Personal) und Ulrich Wiggers (Logistik und IT) gehören zum neuen Führungsteam. Welche Aufgabe sie jeweils genau übernehmen, steht noch nicht fest (siehe auch Seite 52) 

brigitte.haacke@wiwo.de 

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