Rainer SchmückleKünftiger COO der Mercedes Car Group

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Und er hatte doch Recht. Wolfgang Bernhard, vor einem Jahr designierter Mercedes-Chef, erklärte die DaimlerChrysler-Tochter Mercedes Car Group (mit den Marken Mercedes, Maybach, Smart) damals zum Sanierungsfall. Doch er posaunte die Erkenntnis offenbar zu früh in die Welt – zwei Tage vor seinem geplanten Amtsantritt musste er gehen. Inzwischen diagnostiziert Eckhard Cordes, seit Oktober 2004 Mercedes-Chef, jedoch dieselben Probleme. In dieser Woche hat er einen erprobten Sanierer bestellt: seinen Vertrauten Rainer Schmückle. Am 15. April rückt der bisherige Chef der amerikanischen Lkw-Tochter Freightliner zum Chief Operating Officer (COO) der Mercedes Car Group auf. Beide lernten sich kennen, als Cordes die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns leitete. Schmückle, der nach seinem Wirtschaftsstudium in Karlsruhe 1984 in die Nachwuchsgruppe der damaligen Daimler-Benz AG eintrat, machte schnell Karriere und avancierte später zu einem der zahlreichen Feuerwehrmänner, die Konzernlenker Jürgen Schrempp bald immer öfter brauchte, um die Brandherde rund um den Globus zu löschen. 2001 wurde Schmückle in die USA geschickt, um Freightliner aus der Verlustzone zu führen. Der gebürtige Ludwigsburger kannte das Unternehmen bereits und sanierte die US-Lastwagensparte schnell und rigoros. Tausende Jobs wurden gestrichen, inzwischen schreibt Freightliner wieder Gewinne. In Stuttgart hat Schmückle sein Meisterstück vor sich, denn der einstige „Mister Mercedes“, Cordes-Vorgänger Jürgen Hubbert, hat jede Menge Baustellen hinterlassen: Qualitätsprobleme der Premiummarke Mercedes schädigen das Image ebenso wie der Streit um die Einführung von Dieselrußfiltern oder die verschlafene Entwicklung von Hybridautos. Fraglich ist auch, ob die Kleinwagenmarke Smart jemals Gewinne erzielen wird. Derzeit steht Erzrivale BMW besser da als die Mercedes-Sparte, Audi ist beliebter und Toyota führt die Qualitätsrangliste an. Cordes hat nach seinem Amtsantritt schnell erkannt, dass es bei Mercedes zwar viele Konzepte und Strategiepapiere gibt, die Umsetzung aber meist mäßig ist. Schmückle soll künftig darüber wachen, dass das Effizienzprogramm Core tatsächlich Milliarden Euro einspart. Bringen Schmückle und Cordes Mercedes wieder an die Spitze, profitieren davon beide: Cordes gälte dann als Favorit für die Nachfolge von Konzernchef Schrempp, dessen Vertrag 2008 ausläuft. Und Schmückle dürfte sich Hoffnungen auf den Job als Mercedes-Chef machen. jürgen rees 

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