Revolution im Internet

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Tim Berners-Lee » Der Vater des World Wide Web will das Internet aufrüsten. Künftig soll es Online-Inhalte automatisch und intelligenter als bisher miteinander verknüpfen. 

Hätte Tim Berners-Lee seine Idee zum Patent angemeldet, wäre er heute Multimillionär. Doch für den Mann, der Ende der Achtzigerjahre am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf mit Kollegen das Konzept des World Wide Web entwickelte, zählte nicht ökonomischer Erfolg, sondern der schnelle Zugriff auf vernetzte Informationen im weltweiten Datennetz. Jetzt versucht Berners-Lee als Chef des Internet-Normengremiums World Wide Web Consortium (W3C) die Probleme in den Griff zu bekommen, die sein ebenso revolutionärer wie erfolgreicher Ansatz verursacht hat. 

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Längst drohen Internetnutzer im Datenwust von Abermilliarden Web-Seiten den Durchblick zu verlieren. Den Ausweg aus dem Informationsdschungel soll eine neue Art von Vernetzung weisen, die die Web-Visionäre des W3C derzeit diskutieren. Im Netz der Zukunft sollen Internetseiten nicht mehr bloß statische Daten und Verweise auf andere Angebote enthalten, sondern zusätzlich Informationen zu dem Typ und der Verwendbarkeit dieser Web-Inhalte. So könnte sich der Internetnutzer nicht nur per Mausklick zu einer Konferenz anmelden. Zusätzlich würde die Web-Seite quasi mitdenken und alle Termine, die günstigsten Reiseverbindungen und besten Hotelvorschläge in den Internetkalender des Konferenzbesuchers überspielen sowie – auf Wunsch – seine Kontaktdaten allen anderen Konferenzgästen übermitteln. 

Ein Ansatz, der dem Web eine Art eigene Intelligenz verliehe und die selbstständige Interaktion unterschiedlicher Online-Angebote ermöglichte. 

Positiver Nebeneffekt: Das so genannte semantische Web erlaubt auch eine schnellere und zielgenauere Suche als bisher schon. 

Bis solche Angebote im Internet verfügbar sind, vergehen nach Berners-Lees Einschätzung zwar noch einige Jahre. Eines aber ist für den WWW-Erfinder schon jetzt klar: „Das Web der Zukunft wird noch bedeutend revolutionärer als alles, was wir bisher kennen.“ 

thomas.kuhn@wiwo.de 

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