Archiv: Rigides Regiment

Fifa » Der Weltfußball-verband hat Sponsoren der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland verärgert. 

Sepp Blatter , der Präsident des Weltfußballverbandes Fifa, zog eine positive Bilanz des Confederations Cup in Deutschland, der Generalprobe für die Weltmeisterschaft 2006. Doch viele Sponsoren sind unzufrieden. 

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„Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft gibt es an vielen Stellen noch Optimierungsbedarf“, kritisiert etwa ein Sprecher der Postbank. Ähnlich äußert sich Stephan Althoff , WM-Beauftragter der Deutschen Telekom: „Die Flexibilität der Fifa ist noch verbesserungsbedürftig.“ Hartmut Zastrow , Vorstand des Kölner Marktforschungsinstituts Sport + Markt, bestätigt: „Der Formalismus der Fifa regt viele Sponsoren auf.“ Dabei haben die globalen Sponsoren wie etwa Adidas, Deutsche Telekom, Continental, Coca-Cola und McDonald’s rund 40 Millionen Euro an die Fifa gezahlt, um im Rahmen der Weltmeisterschaft werben zu dürfen. Selbst die nationalen Förderer – die Deutsche Bahn, EnBW, Hamburg-Mannheimer, Obi, Oddset und die Postbank – mussten noch jeweils rund zehn Millionen Euro überweisen. Gerade sie fühlen sich vom Weltfußballverband vernachlässigt. Die Fifa, sagt der Sprecher eines nationalen Förderers, behandelt uns wie Sponsoren zweiter Klasse. „Die wissen genau, dass wir bei der nächsten WM in Südafrika nicht mehr dabei sind“, klagt der Unternehmenssprecher. So sind etwa die Werbebanden der nationalen Förderer beim Confederations Cup kleiner ausgefallen und schlechter positioniert gewesen, als die der globalen Sponsoren. Auch beim Service der Fifa haperte es. Als etwa die Telekom noch kurzfristig wichtige Geschäftskunden neben die eigenen Vorstände im Stadion platzieren wollte, gab es – trotz freier Plätze – Probleme mit der Fifa. Ein anderes Unternehmen hatte etwa 250 Geschäftspartner zum Endspiel nach Frankfurt eingeladen – doch konnten der Sponsor und seine Gäste nicht rechtzeitig in den VIP-Raum gelangen, um im Fernsehn den Anpfiff zur Partie der deutschen Nationalelf zu verfolgen, die zwei Stunden früher in Leipzig antrat. Ärger soll es auch gegeben haben, als ein Sponsor selbstgebastelte Buttons an seine Gäste verteilte. Die Fifa habe dies verbieten wollen, weil die Buttons nicht ihren Richtlinien entsprochen hätten, beschwert sich ein Sponsor. In den kommenden Wochen wollen sich Fifa und Sponsoren zu einer Manöverkritik treffen. „Die Fifa“, sagt Zastrow, „wird auf die Sponsoren zugehen, um künftig böses Blut zu vermeiden.“ 

juergen.salz@wiwo.de, 

peter steinkirchner 

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