Royal Imperial Suite The Imperial New Delhi

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Im Dezember 1911 beschloss der englische König George V., dass Indien eine neue Hauptstadt bekommen sollte, eine neue Metropole, New Delhi, eine Stadt ganz aus einem Guss. Auch das Hotel, das Ranjit Singh im Herzen der Kapitale errichtete, sollte ein Ausdruck dieser gewaltigen Vision werden. Als es schließlich Anfang der Dreißigerjahre seine Türen für die ersten Gäste öffnete, wurden gerade die letzten Kapitel der kolonialen Geschichte geschrieben. Inder und Briten suchten nach neutralem Grund für ihre politischen Verhandlungen – und landeten fast zwangsläufig in dem grandiosen Neubau am Prachtboulevard Queensway. Also wurde im Imperial Geschichte geschrieben, und der eigentliche Zweck des Hotels rückte in den Hintergrund – nun, da die Hauptfiguren der Zeitenwende ein und aus gingen, Jawaharlal Nehru, Mahatma Gandhi, Mohammed Ali Jinnah und Lord Mountbatten. Im Imperial entschieden sie die Teilung Indiens, erfanden sie den neuen Staat Pakistan. 

Nach einem solchen Einstand kam das Hotel nie lange zur Ruhe; sobald es Wichtiges zu verhandeln gab und Staatsmänner untergebracht werden mussten, wurde das Imperial in Beschlag genommen. Bis in die Siebzigerjahre, gibt das Hotel zur Auskunft, seien VIPs grundsätzlich nur im Imperial abgestiegen, hätten sich 13 Botschaften in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelt. Die Tradition besteht fort, erst vor Kurzem nächtigte die niederländische Königin Beatrix im Imperial. König Mohammed von Marokko quartierte sich in der Royal Imperial Suite ein und mietete zehn weitere Suiten für sein Gefolge an. 

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Auch Frankreichs Premier Dominique de Villepin residierte hier. „De Villepin darf als der unauffälligste Gast unter allen Prominenten gelten“, sagt ein Hotelmanager und beißt sich vor lauter Angst, indiskret sein zu können, fast auf die Zunge. Der Franzose stieg ausschließlich aus Statusgründen in der Hotelsuite ab, denn für die wenigen Stunden, die er hier während eines Staatsbesuchs übernachtete, hätte auch ein normales Hotelzimmer gereicht. Den Prunk des Kolonialhotels konnte der Adelige in der kurzen Zeit nicht genießen – ebenso wenig wohl das geräumige Umkleidezimmer und die vielen daneben liegenden Gemächer mit weiträumigen Sitzecken und antiken Möbeln. Man pflegt die Erinnerung an die große Vergangenheit im Imperial, und man ist stolz auf die wachsende Bedeutung Indiens in der Welt. Nur in einer Sache verlässt sich das noble Hotel ganz auf den Import: Die Royal Imperial Suite, heißt es in der eigenen Werbung, werde jeden Tag mit frischen Blumen geschmückt – aus Holland. 

Janpath, New Delhi, 110001 

Tel. 00 91/11/23 34 12 34, www.theimperialindia.com 

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