Archiv: Saint-ExFeeling

Markante Fliegeruhren sind Dauerseller – vor allem bei Nichtpiloten. 

Fliegeruhren sind nur für Flieger. Richtig? Falsch! Die meisten Fliegeruhren werden heute nicht von Piloten im Cockpit, sondern von Menschen im Alltag getragen. Jumbo- oder Kampfpiloten brauchen sie nicht. Im Zeitalter von Satellitennavigation und computergesteuerten Autopiloten könnten sie ebenso gut mit einer Micky-Maus-Uhr zum Start rollen. 

Doch die Uhr am Handgelenk ist heute programmatisch. Sie kommuniziert der Umgebung etwas vom Selbstverständnis dessen, der sie am Arm trägt. Das gilt natürlich besonders für so markante Zeitmesser wie Fliegeruhren mit ihreren üppigen Dimensionen und ihrer betont technisierten Ästhetik. Wer eine Pilotenuhr trägt, dokumentiert nicht nur sein Faible für funktionale Sachlichkeit, er rückt sich selbst, bewusst oder unterbewusst, auch in die Nähe der Fliegerei. 

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Dass die Fliegeruhren einander häufig ähneln, liegt an den technischen Kriterien, die sie traditionell erfüllen müssen. Die Urväter der heutigen Pilotenuhren waren nicht nur nützlich bei der Navigation, sondern dienten auch als Hilfsmittel dazu, den Kraftstoffvorrat im Auge zu behalten oder für einen genau abzumessenden Zeitraum einen bestimmten Kurs unter Berücksichtigung der Geschwindigkeit des Flugzeuges fliegen zu können. 

Bei Nachtflügen à la Saint-Exupéry und Charles Lindbergh herrschte im Cockpit Dunkelheit oder diffuses Dämmerlicht. Daher mussten die Fliegeruhren leicht ablesbar, also mit deutlichen Zifferblättern und Zeigern ausgestattet sein: dunkle Zifferblätter mit kräftigen Stundenmarkierungen sowie breite Zeiger waren unverzichtbare Bedingungen. Je größer, desto deutlicher. Daher haben heutige Modelle zuweilen noch ähnlich üppige Durchmesser wie ihre frühen Vorgängerinnen, die nicht selten noch mit Taschenuhrwerken ausgestattet waren. 

„Gute Ablesbarkeit und effizienter Schutz vor Magnetismus sind die entscheidenden Kriterien bei der Entwicklung einer Fliegeruhr“, sagt Georges Kern, Chef des Luxusuhrenherstellers IWC aus dem ostschweizerischen Schaffhausen. Schon 1936 hatten die Schweizer ihre erste Fliegeruhr vorgestellt, die heute noch als vorbildlich in ihrer Funktionalität gilt. 1948 präsentierte IWC mit der „Mark 11“ dann eine Uhr, deren Werk mit einem Innengehäuse aus Weicheisen umgeben war, um den Einfluss des von den Flugzeugmotoren ausgehenden Magnetismus auf die empfindlichen Stahlteile des Uhrwerks bestmöglich zu reduzieren. 

Der Tradition dieses einst speziell für Piloten gestalteten Zeitmessers folgt auch die jetzt vorgestell-te IWC-„Classic“-Kollektion. Sie umfasst fünf Modelle: die neue „Große Fliegeruhr“ mit einem Durchmesser von 46,2 mm (ca. 10 700 Euro), einen Automatik-Chronographen (ca. 3500 Euro), die klassische Drei-Zeiger-Uhr „Mark XVI“ (ca. 2780 Euro) sowie als Neuheiten im Fliegeruhren-Segment ein „Midsize“-Automatik-Modell mit einem Durchmesser von 34 Millimeter (ca. 2 690 Euro);darüber hinaus gibt es einen Doppelchronographen zur Messung von Zwischenzeiten mit schwarzem Keramik-Titan-Gehäuse (ca. 8950 Euro). 

Für Liebhaber, die es sportlich-elegant mögen, wurde vor einigen Jahren die Fliegeruhren-Kollektion um die mit versilberten Zifferblättern versehene Variante „Spitfire“ (ab ca. 2690 Euro) erweitert. 

Vorgeführt wurden die neuen Uhren unlängst ganz stilecht und mit Blick auf die Affinitäten der Käuferschaft auf dem privaten „Aerodrome Goodwood“ südlich von London. Mit bei der Präsentation: der „Spitfire“-Experte Air Marshall Cliff Spink und zwei flugtüchtige Exemplare des legendärsten aller britischen Jagdflugzeuge. 

Gerhard ClauSSen 

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