SchmerzlicheKonsequenzen

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Norbert Reithofer » Der BMW-Produktionsvorstand will Nischenmodelle nicht mehr von Zulieferern bauen lassen, sondern in Eigenregie fertigen. 

Das dürfte Magna-Steyr-Chef Manfred Remmel bitter aufstoßen: BMW-Produktionsvorstand Norbert Reithofer will Nischenmodelle künftig in den eigenen Werken bauen lassen und nur noch in Ausnahmefällen von Auftragsfertigern wie etwa Magna Steyr oder Karmann. „Ehe ich heute entscheiden würde, ein neues Nischenmodell zu einem Zulieferer zu geben, würde ich lieber Überlaufkapazitäten einer bestehenden Baureihe zu einem Zulieferer geben und das Nischenmodell bei geeignetem technischen und betriebswirtschaftlichen Rahmen selbst machen“, sagt Reithofer. „Unsere Produktionssysteme sind inzwischen so flexibel, dass wir das ohne weiteres könnten.“ Vor allem Magna Steyr könnte das hart treffen. Der Zulieferer produziert in Graz derzeit den BMW-Geländewagen X3. Doch erwäge der Münchner Autokonzern, wie dort zu hören ist, die kommende X3-Generation wieder in Eigenregie zu bauen. Für Magna Steyr dürfte es nach Ansicht von Branchenexperten schwierig werden, den Verlust des Auftrags auszugleichen, falls BMW den Zulieferer nur noch einschaltet, um zeitweilige Kapazitätsengpässe bei stark nachgefragten Modellen zu überbrücken. Schließlich baut Magna Steyr gut 100 000 X3 pro Jahr. Außerdem würden die Auftragsfertiger noch anfälliger für zyklische Schwankungen bei den Herstellern. Der finnische Autobauer Valmet musste in der Vergangenheit schwer bluten, weil Porsche wegen zyklisch nachlassender Nachfrage die Produktion des Boxster dort zu Gunsten seines eigenen Stammwerks in Stuttgart herunterschraubte. Auch beim Osnabrücker Auftragsfertiger Karmann sind Jobs in Gefahr, weil das Unternehmen nur schwer Folgeaufträge für die derzeit produzierten Modelle wie das Mercedes CLK Cabriolet findet. 

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thomas.katzensteiner@wiwo.de 

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