Schwerer Klotz am Bein

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Reinhard Jung » Der VW-Produktionsvorstand hält massiven Personalabbau für unausweichlich 

Die Entscheidung von Porsche, die Rohkarossen des neuen viertürigen Panamera bei VW in Hannover produzieren und lackieren zu lassen, sichert dort 500 Jobs. Aber an den übrigen deutschen Standorten des Unternehmens sind tausende Arbeitsplätze bedroht. „Wir kommen nicht umhin, massiv Personal abzubauen“, mahnt VW-Produktionschef Reinhard Jung. In den vergangenen zehn Jahren habe VW über 80 000 Stellen neu geschaffen. Jung: „Die hängen uns jetzt wie ein Klotz am Bein.“ Allein in Europa betrage der Überhang 20 000 Arbeitsplätze. Weil der VW-Tarifvertrag betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2011 ausschließt, sollen VW-Mitarbeitern nun „verschärft“ Auflösungsverträge angeboten werden, allen voran den 1200 Beschäftigten in Wolfsburg, die durch die Verlagerung der Golf-Variant-Produktion nach Mexiko arbeitslos werden: „Für die Leute haben wir keine Verwendung mehr.“ 

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Der Personalüberhang wird durch die steigende Produktivität der deutschen VW-Werke noch verschärft. So beträgt die reine Montagezeit beim Golf in Wolfsburg laut Jung nur noch rund 20 Stunden und beim Passat in Emden 28 Stunden. Der Golf wird inzwischen fünf Stunden schneller fertig als bisher, weil Außenhaut und Innenseite der Türen wieder verschweißt statt verschraubt werden. Die Produktivitätsgewinne sollen über den Preis der Autos an die Kunden weitergegeben werden. Jung: „Wir nehmen die Herausforderung von Toyota an.“ 

franz.rother@wiwo.de 

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