„Service aus einer Hand“

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Allianz » Gerhard Rupprecht, designierter Chef der geplanten Deutschland-Holding, über die Gründe der Neuorganisation. 

Herr Rupprecht, was versprechen Sie sich von der neuen Deutschland-Holding? 

Unsere 17 Millionen Versicherungskunden sehen die Allianz nicht als Lebens-, Sach- oder Krankenversicherer, sondern als integrierten Finanzdienstleister. Sie wünschen einen Service aus einer Hand. Diese Erwartungen wollen wir jetzt mit unserer neuen Struktur und unseren gebündelten Arbeitsabläufen noch besser erfüllen. 

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Was haben die Kunden konkret von dem Umbau? 

Wir werden unseren Vertrieb von den einzelnen Versicherungssparten abkoppeln und in einer Gesellschaft bündeln. Dadurch können die Vertreter künftig die Kunden noch besser nach ihrem Bedarf beraten. Nicht die einzelnen Produkte, sondern die ganzheitliche Beratung steht im Mittelpunkt. 

Wie wird die neue Vertriebsgesellschaft heißen? 

Der endgültige Name steht noch nicht fest. Bisher firmiert sie auf unseren Tableaus unter dem Namen Allianz Vertriebsgesellschaft. 

Wie hoch sind die Einsparungen durch die Neuorganisation? 

Wir handeln aus einer Position der Stärke, deshalb gibt es keine pauschale Kostenvorgabe. Wir wollen zunächst die Arbeitsprozesse angleichen und die EDV-Systeme standar-disieren, um unseren Kunden einen Service aus einer Hand zu bieten. 

Können Sie das an einem Beispiel verdeutlichen? 

Heute bekommt der Kunde von der Allianz mehrere Rechnungen, er muss an unterschiedliche Konten seinen Beitrag überweisen, er hat mehrere Ansprechpartner. In Zukunft soll das durch eine gemeinsame EDV-Plattform vereinheitlicht werden. 

Dadurch sparen Sie doch Kosten ein. 

Ja, natürlich. Diese Einsparungen wollen wir im Wettbewerb nutzen, um auf Dauer konkurrenzfähige Preise anzubieten. 

Werden Allianz-Versicherungen günstiger? 

Wir werden Preisvorteile realisieren, und diese werden unseren Kunden nach Abschluss des Prozesses zugute kommen. 

Wann wird es denn so weit sein? 

Das ist noch nicht zu sagen. Bis zum Jahresende wollen wir den Implementierungsplan entwerfen. Und dann den Plan Schritt für Schritt umsetzen. 

Und wie viele Arbeitsplätze wird das kosten? 

Es ist ja nicht unternehmerisches Ziel, Arbeitsplätze abzubauen, sondern es ist unternehmerisches Ziel, mehr Geschäft zu machen. 

Können Sie einen Stellenabbau ausschließen? 

Wir wollen unsere Infrastruktur so gut wie möglich für die Neuaufstellung nutzen. Unsere Mitarbeiter wissen, dass wir mit dem Thema Arbeitsplätze nicht leichtfertig umgehen. 

Wie ist die Dresdner Bank eingebunden? 

Die Gewinnung von neuen Bankkunden über die Agenturen, unser so genanntes Geschäftsmodell drei, soll über die neue Vertriebsgesellschaft vorangetrieben werden. Bisher war die Koordination durch die einzelnen Versicherungsgesellschaften und die Bank kompliziert. Das wird nun deutlich erleichtert. 

Wird die Dresdner Bank wie Ihre neue Vertriebsgesellschaft künftig das Deutschland-Geschäft in vier Regionen organisieren? 

Daran ist im Moment nicht gedacht. Wir werden in der neuen Struktur unsere gemeinsamen Vertriebsaktivitäten noch besser abstimmen können. 

Warum ist die Industrieversicherung nicht Teil der Deutschland-Holding? 

Bei der Industrieversicherung handelt es um ein internationales Geschäftssegment. Dieses wird weltweit erfolgreich durch Allianz Global Risks gesteuert. 

Bisher war Ihr Vorstandskollege Reiner Hagemann Deutschland-Koordinator und Arbeitsdirektor. Das Deutschland-Geschäft leiten Sie nun. Werden Sie nach seinem Ausscheiden auch Arbeitsdirektor? 

Diese Funktion werde ich innehaben. In der Allianz SE, unserer geplanten europäischen Aktiengesellschaft, wird es zwar den Titel Arbeitsdirektor nicht mehr geben, aber die entsprechenden Aufgaben werde ich übernehmen. 

stefanie.burgmaier@wiwo.de | Frankfurt 

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