Archiv: Spacke Jacken

Von Che Guevara bis Britney Spears – die Motorrad-Klamotten von Belstaff sind scheinbar unverwüstlich 

So richtig schick sind die Dinger erst, wenn sie den ersten Ölwechsel hinter sich haben. Echte Belstaff-Fans lieben ihre Motorradjacke steif und speckig. 

„Sie fühlt sich an, als wäre sie schon immer da gewesen“, erklärt Franco Malenotti den Reiz seines eigenen, geliebten Belstaff-Modells aus den Fünfzigerjahren. Der gelernte Modedesigner ist Inhaber eines Unternehmens in der norditalienischen Provinz Treviso. Anfang des Jahres hat er „Belstaff International“ gekauft. Damit ist für die vor 80 Jahren in der Schneiderei eines gewissen Harry Grosberg und seines Schwiegervaters Eli Belovitch aus der englischen Grafschaft Staffordshire als Resultat nicht weichen wollender Tiefdruckgebiete entwickelte regenfeste Kreation aus ägyptischer Baumwolle und verschiedenen Imprägnierölen ein neues Zeitalter angebrochen. Produziert werden die legendären Jacken nur noch in Italien, und dort wird die Marke auch einer Generalüberholung unterzogen. 

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Malenotti setzt auf eine Doppelstrategie: „Eher konservative Kunden werden nach wie vor die traditionellen Klassiker bei uns finden. Zukunft ohne Vergangenheit ist wie ein Baum ohne Wurzeln. Dazu kommt aber inzwischen auch eine neue Kollektion mit innovativen Stoffen und Stilen, die den Bedürfnissen der jungen, urbanen und mobilen Gesellschaft entspricht.“ 

Italiens Stadtjugend führt Belstaff schon eine Weile in den Mode-Topten. 500 Verkaufsstellen gibt es zwischen Trient und Taormina, und das ganz ohne Hilfe von Tiefdruckgebieten. Der Erfolg beruht längst auf anderem als der Funktionalität. Belstaff hat Starpower: Britney Spears trug Belstaff in ihrem „Everytime“-Video und auch die Pop-New-comer Black Eyed Peas tanzen in den spacken Jacken. 

Etwas ältere Semester lernten Belstaff mit Steve McQueen lieben. Doch der war beileibe nicht das einzige Vorbild. Auf seiner legendären und jüngst als „The Motorcycle Diaries“ verfilmten Südamerikareise trug auch Che Guevara Belstaff. Seine Jacke, unter dem Namen „Trialmaster“ immer noch im Programm, hielt damals deutlich länger als sein Motorrad und die Freundschaft zu dem Begleiter Alberto Granado. 

Auch Franco Malenotti fährt gern Zweirad. Mit seiner Honda siegte er schon einmal beim italienischen Endurance-Championship. 

Das Motorrad soll für Belstaff künftig aber nicht mehr so wichtig sein. Im Firmenauftrag produzierte Starfotograf Giovanni Castel einen 62-seitigen Katalog mit coolen Jungs in den Klamotten. Ein Zweirad taucht nirgendwo auf. 

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