Archiv: Spiel mitRisiken

Hartmut Möllring » Der niedersächsische Finanzminister heizt die Diskus-sion um den Glücksspielstaatsvertrag an. Im Dezember soll das erste Internetcasino einer deutschen Spielbank starten. 

Im Streit um das staatliche Glücksspiel- und Lottomonopol geraten die Ministerpräsidenten in Erklärungsnot. Während die Länderchefs offiziell alles dafür tun, die Spielsucht zu bekämpfen, planen staatlich zugelassene Spielbanken jetzt eine Online-Offensive, um neue Spieler zu gewinnen. Der Fachverband Glücksspielsucht warnt davor, dass Internetangebote für Gefährdete besonders attraktiv sind. 

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Erst im März hatte das Bundesverfassungsgericht klargestellt, dass das Staatsmonopol nur dann gerechtfertigt sei, wenn es dazu diene, die Spielsucht einzudämmen. Mit einem neuen Staatsvertrag, den die Ministerpräsidenten am 13. Dezember unterschreiben wollen, sollte das Online-Glücksspiel deshalb ursprünglich komplett verboten werden. Inzwischen sieht der Vertrag für die Spielbanken jedoch weitreichende Ausnahmen vor. Nicht ohne Grund: Im Dezember will die Spielbank Niedersachsen als erste deutsche Spielbank ein reines Internet-casino eröffnen. „Wir sind zuversichtlich, bis Ende des Jahres zu starten“, sagt Karen Krüger, Sprecherin der Niedersächsischen Spielbanken. Die Genehmigung durch Finanzminister Hartmut Möllring ist dem Vernehmen nach nur noch Formsache. 

Bisher bot nur die Spielbank Wiesbaden ein Online-Roulette an, überträgt dabei aber das Geschehen an einem echten Roulette-Tisch per Kamera ins Web. Geschäftsführer Thomas Freiherr von Stenglin will in Zukunft sogar Internetspieler im Ausland ansprechen: „Wir wollen im kommenden Jahr in Kanada und Großbritannien aktiv werden.“ 

henryk.hielscher@wiwo.de 

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