Stiften gehen für die Medizin

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Donald Francis kämpft um sein Lebenswerk. Der ehemalige Kinderarzt ist überzeugt, einen Impfstoff gegen das Aids-Virus finden zu können. Seinem Ex-Arbeitgeber, dem Biotechnik-Unternehmen Genentech, war sein Ansatz jedoch zu riskant. Auch das Ausgründen der Forschung in die Tochterfirma VaxGen zerstreute die Bedenken des Managements nicht. Francis war die Zögerlichkeit eines Tages leid. Er kündigte und gründete in Brisbane, einem Vorort von San Francisco, die gemeinnützige Stiftung Global Solutions für Infectious Diseases. Sie ist wie ein Unternehmen organisiert. Das Geld kommt von Wohltätern wie Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melissa – zunächst rund acht Millionen Dollar. Die Summe ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Francis schätzt, die Entwicklung des Impfstoffs könne bis zu 300 Millionen US-Dollar kosten. Aber das Geld hält seine Forschung am Leben – und die Hoffnung, noch den Durchbruch zu schaffen, der es rechtfertigen würde, die Massenproduktion zu starten. 

Medikamente und Therapien in mit Spenden gespeisten Stiftungen zu entwickeln, die wie Unternehmen operieren, das ist ein neuer Trend im Silicon Valley. Vor allem die personalisierte Medizin, also das Abstimmen von Medikamenten auf die genetische Ausstattung des einzelnen Patienten, wird als Zukunftsmarkt gesehen. Das kollidiert mit den gewohnten Geschäften der Pharmaindustrie, die auf große Märkte abzielt, um die Forschungsausgaben und Zulassungskosten einzuspielen. Das hat zur Folge, dass viele Erfolg versprechende Heilmethoden die Patienten nicht erreichen, weil sie keinen kommerziellen Gewinn versprechen. So ließen sich etwa Brustkrebs und Herzinfarkte besser mit individualisierten statt mit Standardmedikamenten behandeln. 

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Da setzt der langjährige Bayer-Manager Wolf-Dieter Busse an, der sich in seiner Wahlheimat Kalifornien eigentlich schon zur Ruhe gesetzt hatte. Er will mit einem gemeinnützigen Unternehmen, das effizient wie ein Startup organisiert sein soll, individuelle Hautkrebs-Medikamente bis zur Zulassung entwickeln. Die Spenden stammen von Vermögenden, die selbst an Hautkrebs leiden und mit ihrem Geld anderen Patienten helfen möchten. 

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