Streit in der Chefetage

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Kai-Uwe Ricke » Zwischen dem Telekom-Chef und seinem Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick ist ein Machtkampf um den Vorstandsvorsitz entbrannt. 

Längst hält sich Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick für den besseren Chef und möchte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke allen öffentlichen Loyalitätsbekundungen zum Trotz an der Konzernspitze lieber heute als morgen ablösen, heißt es bei der Telekom. „Eick ist extrem ehrgeizig und will unbedingt Konzernchef werden“, berichten Telekom-Manager. „Wenn nicht bei der Deutschen Telekom, dann bei einem anderen Unternehmen.“ 

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Eick hatte sich schon vor vier Jahren, als Ricke zum Nachfolger von Ron Sommer bestellt wurde, zähneknirschend mit der Rolle als Finanzvorstand und Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden begnügt. Einer erneuten Verlängerung seines im November 2007 auslaufenden Fünfjahresvertrages als Finanzvorstand werde er nicht zustimmen, heißt es. 

Die Chancen für Eicks Aufstieg an die Konzernspitze sind allerdings gering. „Selbst wenn Ricke gehen muss, rückt Eick nicht automatisch nach“, heißt es in Aufsichtsratskreisen. 

Vor allem René Obermann, Chef der starken Mobilfunksparte T-Mobile, werde im Konzern nur bleiben, wenn Eick nicht Vorstandsvorsitzender wird. 

Führungskräfte aus den drei operativen Sparten T-Mobile, T-Com und T-Systems werfen Eick vor, dass er die Gewinnwarnung und die dadurch ausgelöste Nachfolgediskussion zu verantworten habe. Die Sparten hätten zwar die Planvorgaben verfehlt, Eick habe aber wider besseren Wissens an zu hohen Umsatz- und Gewinnzielen festgehalten. 

Im vergangenen Herbst war es fast zum Eklat gekommen, weil Eick die hohen Erwartungen für die Jahre 2006 und 2007 gegen den ausdrücklichen Widerstand der operativen Sparten durchsetzte. Schon damals zeichnete sich aufgrund der verschärften Preiskämpfe in allen Marktsegmenten ab, dass Eicks Gewinnvorgaben um eine Milliarde Euro zu hoch sind. Doch der Herr der Zahlen blieb stur. 

juergen.berke@wiwo.de 

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