Archiv: Superyacht bestellt

Lakshmi Mittal » Der indische Stahlunternehmer hat bei der ThyssenKrupp-Tochter Blohm+Voss ein Luxusschiff geordert. 

Der indische Stahlunternehmer Lakshmi Mittal kam selbst in den 19. Stock des Dreischeiben-Hochhauses in der Düsseldorfer Innenstadt, wo der Vorstand des ThyssenKrupp-Konzerns residiert. Während des Gesprächs über den Verkauf des kanadischen Stahlkochers Dofasco an ThyssenKrupp bat Mittal plötzlich um die Erfüllung eines privaten, lang gehegten Wunsches: Er möchte eine Yacht bauen lassen, mindestens so groß wie die „Pelorus“, das Luxusschiff des russischen Stahlkonkurrenten Roman Abramowitsch. ThyssenKrupp wird diesen Wunsch erfüllen. Schließlich gehört dem Konzern die Hamburger Werft Blohm + Voss, die schon mehrere Megayachten gebaut hat. Abramowitsch hat dort seine Yacht 2004 überholen lassen, gebaut hat sie für 254 Millionen Euro die Lürssen-Werft in Bremen. 

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Mittal hat seinen 160 Millionen Euro schweren Auftrag inzwischen bei Blohm + Voss abgegeben. Das Schiff soll eine Länge von 94 Metern Länge haben. Abramowitschs Schiff ist allerdings 21 Meter länger. Blohm+Voss musste Mittal strengste Sicherheits- und Geheimhaltungsvorkehrungen für den Bau des Privatkreuzers garantierten. So wird das Schiff in einer hermetisch verschlossenen Halle gebaut. Es gilt Sicherheitsstufe eins, die ist normalerweise bei Blohm+Voss nur für den Bau von Fregatten für die Marine vorgesehen. Die Yacht (Baunummer 971) wird fast komplett in Hamburg gebaut, Fertigstellungstermin ist das Frühjahr 2009. Nur die Innenausstattung kommt vom Londoner Designunternehmens Michael Leach, das für edles Ambiente wie zum Beispiel eine gläserne Bar sorgt. Ausgestattet ist die Yacht mit einem Hubschrauber und einem Heli-Landeplatz, der unter das Oberdeck versenkt werden kann. Mit seiner Yacht will der drittreichste Mann der Welt in den Sommermonaten mit seiner Familie und einer Besatzung von 20 Mann vor der französischen Riviera kreuzen. Indirekt kann Mittal bei einer erfolgreichen Übernahme des Stahlkonzerns Arcelor sogar von dem Bau seiner eigenen Yacht profitieren. Denn die Schiffswände sollen nicht aus Kruppstahl sein. Den Schiffsstahl wird Blohm+Voss vom Grobblech-Hersteller Dillinger Hütte im Saarland beziehen, so hat es sich Mittal gewünscht. Und die Dillinger Hütte gehört zum Beteiligungsbesitz von Arcelor. 

andreas.wildhagen@wiwo.de yvonne.esterhazy | London 

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