Talente aus aller Welt

Archiv: Talente aus aller Welt

Als US-Präsident Bush kürzlich das Silicon Valley besuchte, begleiteten ihn zwei Studenten von der San-Jose-State-Universität, Arash Shokouh und Marisa Jimenz. Beide sind angehende Ingenieure und gehören zu den besten ihres Jahrgangs. Und sie haben noch eine Gemeinsamkeit: Ihre Eltern sind im Ausland geboren. Marisas Eltern stammen aus Mexiko, die Eltern von Arash kamen aus dem Iran nach Kalifornien. Das ist keine Besonderheit, sondern die Regel im Silicon Valley, wo 53 Prozent aller Ingenieure aus dem Ausland stammen. Ohne diesen Zufluss von Talenten aus aller Welt könnten die USA ihren Status als mächtigste Wirtschaftsnation und das Silicon Valley seinen Ruf als wichtigsten High-Tech-Standort nicht aufrechterhalten. 

Etwa 80 000 Ingenieure machten 2005 in den USA ihren Abschluss. In Deutschland waren es ungefähr 45 000. Indien hingegen brachte 150 000 Ingenieure hervor, China sogar 400 000. Die Zahlen zeigen, wie wichtig qualifizierte Zuwanderer für die Industrienationen sind. Dabei geht es zugleich auch um unternehmerisches Talent. Zuwanderer haben in den vergangenen zehn Jahren mindestens ein Drittel – manche meinen: die Hälfte – aller High-Tech-Unternehmen im Silicon Valley gegründet. Ebay, Google und Yahoo – die drei Gesellschaften haben nicht nur 28 000 Jobs weltweit geschaffen. Hinter den klangvollen Markennamen stehen auch Einwanderer. Ebay-Gründer Pierre Omidyar wurde in Paris geboren, Google-Gründer Sergey Brin in Moskau, Yahoo-Gründer Jerry Yang stammt aus Tawain. Brin und Yang zog die Stanford-Universität ins Silicon Valley. Omidyar startete als Programmierer bei einer Tochtergesellschaft von Apple. 

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Die Chefs der großen Unternehmen im Silicon Valley hoffen, dass Bush mehr Geld für Ausbildung bereitstellt, dazu mehr Visa und unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigungen für Talente aus dem Ausland zulässt, damit sie gezielt anwerben können. Das ist es, was das Silicon Valley so erfolgreich macht. Die Jobs kommen dann – fast – von allein. Und vor genau der gleichen Aufgabe steht die deutsche Politik. Es gilt, den Standort nicht nur attraktiv für Inländer zu machen, sondern Talente aus aller Welt anzuziehen. 

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