Archiv: Tanz des Elefanten

Mary Ma » Die Finanzchefin des Computerherstellers Lenovo will bis Ende März Kosten in dreistelliger Millionenhöhe einsparen. 

Als Mary Ma Anfang November die Halbjahresbilanz des PC-Herstellers Lenovo präsentierte, brach die Aktie um mehr als sieben Prozent ein. Dabei übertrafen die Zahlen durchaus die Erwartungen der Analysten, zumindest was den Umsatz betrifft. Doch aus Angst vor rückläufiger Profitabilität schickten Investoren den Kurs in den Keller. Jetzt versucht Ma, die Enttäuschten optimistisch zu stimmen – und kündigt neue Aktionen zur Verbesserung der Marge an. 

Anzeige

Erst im Mai hatte der chinesische Lenovo-Konzern das PC-Geschäft von IBM für 1,25 Milliarden Dollar übernommen und war so auf den dritten Rang der weltgrößten Computerhersteller hinter den Branchengrößen Dell und Hewlett-Packard aufgestiegen. „Von der Ankündigung bis zum Vollzug des Kaufs hat es gerade einmal 140 Tage gedauert“, sagt Ma, die in Peking und London studierte, für die Chinesische Akademie der Wissenschaft arbeitete und dem US-Magazin „Forbes“ zufolge zu den 100 mächtigsten Frauen der Welt gehört. Die 52-Jährige hat als einer der zentralen Architekten die bisher größte Übernahme eines chinesischen Unternehmens im Westen geplant und umgesetzt. Entsprechend positiv bewertet die Chinesin die seitdem erreichten Etappen. „Allein im ersten Quartal betrugen die Synergien zehn Millionen Dollar“, sagt Ma, nach fünf Monaten seien es schon 30 Millionen US-Dollar gewesen. Auf Grund dieser Anfangserfolge ist sie zuversichtlich, die Einsparungen in der zweiten Hälfte des Lenovo-Geschäftsjahres deutlich ausweiten zu können. „Bis Ende März 2006 wollen wir insgesamt Synergien in Höhe von 200 Millionen Dollar heben“, sagt Ma. Erreichen will sie das vor allem, indem sie die Verträge mit ihren Lieferanten neu verhandelt. Die Zahl der Zulieferer hat Ma bereits reduziert, bei den verbleibenden will sie auf Grund der deutlich gestiegenen Einkaufsvolumina von Lenovo bessere Preise erzielen. Weiterer Grund für die schnellen Integrationserfolge: Die Ausgangslage sei viel besser gewesen, als die Lenovo-Manager erwartet hatten. „Am Beginn der Verhandlungen rechneten wir damit, dass unser Kaufobjekt große Verluste schreibt – das war aber nicht der Fall. Zwar war IBMs PC-Geschäft ein großer Elefant – aber dennoch einer, der tanzen kann“, sagt Ma in Anspielung auf die Biografie des früheren IBM-Chefs Lou Gerstner mit dem Titel „Wer sagt, Elefanten können nicht tanzen?“. 

michael.kroker@wiwo.de 

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%