Archiv: Test auf der Insel

UPS » Der US-Paketdienst prüft in Europa den Einstieg ins Briefgeschäft. 

Er hat die Schule mit der mittleren Reife verlassen, eine Lehre zum Großhandelskaufmann absolviert, schlug sich nach sieben Jahren Bundeswehr sieben Jahre mit einem Fahrradladen durch – und verantwortet heute für den US-Paketdienst UPS das Europageschäft, den wichtigsten Umsatzbringer nach den USA: Wolfgang Flick, 59, still, fast schüchtern, aber erfolgreich. Seit UPS-Konzernchef Mike Eskew den gebürtigen Hessen vor gut einem Jahr als einzigen Nicht-Amerikaner zum Region Manager berief, macht der den Konkurrenten zunehmend das Leben schwer. 

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Gut möglich, dass Flick in Deutschland bald auch im Briefgeschäft von sich reden macht. Seit Anfang des Jahres bietet der 59-Jährige in Großbritannien den Unternehmen an, ihre unfrankierten Briefe ins Ausland in einem Großumschlang mitzunehmen und zur Beförderung an Postdienstleister weiterzuleiten. Auf der Insel sind dies nach Branchenangaben Direct Link, ein Ableger der schwedischen Post, sowie der britische Anbieter AMP, der sich unter anderem auch der Schweizerische Post bedient. Ob und wann Flick den Service auch anderswo anbieten wird, will er zurzeit nicht sagen. Dass der Versuch in Großbritannien ein Test auch für Deutschland ist, gilt UPS-intern jedoch als sicher. 

Der Erfolg im deutschen Paketgeschäft dürfte Ansporn genug sein. Für die ersten drei Monate 2005 meldete Flick an die Konzernzentrale in Atlanta „ein Plus von mehr als 15 Prozent“ an Sendungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 2004 betrug der Zuwachs „fast 15 Prozent“. Damit ist Deutschland innerhalb Europas der wichtigste Markt für UPS. Zugleich ist es im Unternehmen ein offenes Geheimnis, dass UPS in Deutschland nach roten Zahlen in den Anfangsjahren inzwischen „ein schönes operatives Ergebnis“ einfährt. 

reinhold.boehmer@wiwo.de 

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