Thomas und Andreas StrüngmannGründer von Hexal

Archiv: Thomas und Andreas StrüngmannGründer von Hexal

Er könne sich vorstellen, in ganz andere Branchen zu investieren, sagt Thomas Strüngmann. Unternehmen mit unausgeschöpftem Potenzial groß herausbringen – das würde ihm Spaß machen. Geld genug hat er ja jetzt. Anfang dieser Woche haben Thomas und sein Zwillingsbruder Andreas ihr Unternehmen Hexal, einen der führenden Hersteller vonpatentfreien Billigmedikamenten (Generika), und ihre Beteiligung am US-Unternehmen Eon Labs an den Schweizer Pharmakonzern Novartis verkauft – und dafür 5,6 Milliarden Euro erhalten. Die beiden 55-Jährigen, die zunächst weiter im Unternehmen arbeiten wollen, dürften damit zu den 20 reichsten Deutschen zählen. Novartis steigt durch den Kauf von Hexal (Umsatz: 1,3 Milliarden Euro, weltweit mehr als 7000 Mitarbeiter) zum größten Generika-Hersteller der Welt auf. Das Geschäft mit den Billigarzneien verspricht hohe Wachstumsraten, während teure, patentgeschützte Medikamente immer stärker unter Preisdruck geraten. Neben Novartis wollen sich auch andere Unternehmen wie der französische Konzern Sanofi-Aventis im Generika-Geschäft verstärken. Weitere Übernahmen sind nicht ausgeschlossen – als Nächstes könnte es den deutschen Hersteller Stada treffen, auch Ratiopharm dürfte unter Zugzwang geraten. Mit Hexal hat sich Novartis eines der attraktivsten Generika-Unternehmen gesichert. Erst 1986 hatten die Gebrüder Strüngmann Hexal gegründet – in einem Einfamilienhaus am Tegernsee, mit 22 Mitarbeitern, die Chefbüros lagen neben der Hausmeisterwohnung. Thomas, der Betriebswirt, und Andreas, der Mediziner, bauten den kleinen Pillenhersteller aus, kauften Unternehmen und Werke hinzu. „Mein Bruder weiß, wo man die besten Fische angelt, und ich ziehe sie dann an Land“, beschreibt Thomas die Arbeitsteilung. Beide gelten als gewiefte Verhandlungstaktiker, die lange genug warten können, um dann im richtigen Moment zuzuschlagen. Die Brüder sind so erfolgreich, weil sie sehr verschieden sind: Thomas ist der extrovertierte und emotionale Typ und war immer die treibende Kraft, wenn es darum ging, Unternehmen zuzukaufen. Andreas ist zurückhaltender – und hält den Daumen auf der Kasse. In der Zentrale im bayrischen Holzkirchen arbeiten sie Tür an Tür. Das Büro von Andreas wirkt nüchterner, an der Wand hängen Zeitungsausschnitte und der SAP-Segelkalender. Thomas hingegen hat in seinem Büro Erinnerungsstücke gesammelt: Pillenpackungen, Fotos vom Betriebsausflug, Glückwunschschreiben von Konkurrenten. Den Vertrag mit Novartis will er dort aber nicht aufhängen. Jürgen Salz 

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