Archiv: Umzug im Sommer?

Norbert Röttgen » Persönliche Planungen zwingen den wegen seiner Doppelfunktion kritisierten künftigen BDI-Hauptgeschäftsführer, sich bis spätestens Mitte 2007 aus dem Bundestag zurückzuziehen. 

Sobald Norbert Röttgen am 1. Januar 2007 seinen neuen Posten als BDI-Hauptgeschäftsführer antritt, werden seine Tage als CDU-Abgeordneter im Bundestag gezählt sein. In Führungskreisen des BDI und in der CDU wird damit gerechnet, dass Röttgen spätestens ein halbes Jahr nach Amtsantritt den Bundestag verlässt. Das Zeitfenster, innerhalb dessen Röttgen sein Parlamentsmandat niederlegen müsste, ergibt sich aus seinen Umzugsplänen und der Aufstellung seines möglichen Nachfolgers in seinem Wahlkreis. Da Röttgen voraussichtlich – auch mit Rücksicht auf seine Kinder – im Sommer 2007 zu seinem neuen Arbeitsplatz nach Berlin umzieht, müsste er spätestens bis zur Mitte des kommenden Jahres auf den Abgeordnetenposten verzichten. Denn sein Direkt-Mandat Rhein-Sieg-Kreis II könnte er von seinem Wohnsitz Berlin dann nicht mehr betreuen. Spätestens bis zum Frühjahr 2008 wäre außerdem ein neuer Bundestagskandidat für Röttgens Wahlkreis zu bestimmen. 

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Sofort niederlegen dürfte er sein Mandat nach dem jüngsten Tumult jedoch kaum, weil das als empfindliche Niederlage des BDI-Präsidenten Jürgen Thumann in der Auseinandersetzung mit zweien seiner Vorgänger gewertet würde. Der interne Streit wurde öffentlich durch den offenen Brief, den die Ex-BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel und Michael Rogowski in der „Bild“-Zeitung abdrucken ließen und in dem sie Thumann unter anderem zu große Nähe zur großen Koalition vorwarfen. 

Entzündet hatte sich die Kritik insbesondere an der Doppelfunktion des von Thumann ausgewählten künftigen Hauptgeschäftsführers Röttgen. Röttgens Amtsvorgänger beim BDI, Ludolf von Wartenberg, hatte ein Jahr Zeit, bis er in der gleichen Situation sein Bundestagsmandat aufgab. 

friedrich.thelen@wiwo.de | Berlin 

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