Unternehmen + Märkte – Der Mittelstand begehrt gegen internationale Bilanzregeln auf. Er trifft auf ein Interessengeflecht aus Konzernen, Banken und Wirtschaftsprüfern. Heft 21/2006 Vergleich verbietet sich

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Die Deutsche Telekom hält sich in ihrer Bilanzierung an die jeweiligen rechtlich vorgegebenen Standards. Dabei unterliegt sie einerseits dem deutschen Recht und andererseits als Folge der Börsennotierung in den USA auch den amerikanischen Regelungen, für die ich hier nur das Stichwort „Sarbanes/Oxley“ anführen möchte. Die Erstellung der Jahres- und Konzernabschlüsse wird dabei von zwei Prüfungsgesellschaften begleitet, die für alle in Ihrem Artikel genannten Jahres- und Konzernabschlüsse ein uneingeschränktes Testat erteilt haben. Insofern verwahren wir uns klar gegen die angedeuteten Aussagen in Ihrem Artikel, dass die Deutsche Telekom mit „Bilanztricks“ arbeite beziehungsweise dass in den Abschlüssen „falsche Werte“ seien. Zum einen wird in Ihrem aktuellen Artikel offenbar völlig außer Acht gelassen, dass Sie eine Zeitreihe bilden, innerhalb derer ein Wechsel der Bilanzierungsregeln stattfand. So wurden die Konzernabschlüsse 2002 bis 2004 nach den Regelungen des HGB erstellt, das Zahlenwerk des Jahres 2005 dagegen nach den Vorschriften der IFRS. Selbst wenn Sie die Daten verwendet haben, die im Konzernabschluss 2005 rückwirkend für die Jahre 2003 und 2004 nach IFRS angegeben wurden, lässt sich daraus keine methodisch saubere Reihe unter Einschluss des Jahres 2002 bilden, denn für dieses Geschäftsjahr hat die Deutsche Telekom keine IFRS-Daten errechnet und veröffentlich. Zum anderen vergleichen Sie die Entwicklung der Gewinngröße Konzernüberschuss (Nettogewinn) über die genannten vier Jahre mit dem Saldo zweier Bestandsgrößen, nämlich der Liquidität auf der Aktivseite der Bilanz (operativer Mittelzufluss) zum Jahresende 2002 und des Jahres 2005. Der Kassenbestand wird aber von diversen Entwicklungen beeinflusst, wie beispielsweise Auszahlungen für Investitionen, Auszahlungen von Dividenden oder auch gegebenenfalls einer Mittelaufnahme oder -tilgung am Kapitalmarkt. All diese beispielhaft genannten Größen stehen letztlich in keinem oder zumindest keinem unmittelbaren Zusammenhang zur Entwicklung des Konzernüberschusses, sodass sich der von Ihnen gezogene Vergleich per se verbietet. Eine Gegenüberstellung der Entwicklung des Konzernüberschusses und der Entwicklung der Mittelzuflüsse sollte dagegen eher unter Heranziehung des Cash-Flows aus der Geschäftstätigkeit erfolgen – und würde den Tenor Ihrer Berichterstattung dann nicht mehr stützen. 

Ulrich Lissek  Leiter UnternehmenskommunikationDeutsche Telekom AG Bonn 

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