Unternehmen + Management – Deutsche Bahn: Ein Gutachten im Auftrag des BDI zerpflückt die Argumente für einen Börsengang. Heft 27/2005 Kleinstaaterei

Archiv: Unternehmen + Management – Deutsche Bahn: Ein Gutachten im Auftrag des BDI zerpflückt die Argumente für einen Börsengang. Heft 27/2005 Kleinstaaterei

Der Verfasser behauptet, dass die Gutachter des BDI Herrn Mehdorns wichtigste Argumente für einen Börsengang haarklein auseinander nehmen. Diese Behauptung erstaunt mich sehr, da die Gutachter a) mit ihrer Feststellung, die Infrastruktur sei eigenwirtschaftlich nicht zu betreiben, faktisch das Ziel aufgeben, das Netz wirtschaftlich effizient zu betreiben; sie lasten dem Bund auf Dauer die Verluste der Infrastruktur an; 

b) die wirtschaftlich erfolgreichen Transportsparten privatisieren wollen; folgerichtig werden wohl die weniger erfolgreichen Transportsparten wie auch das Netz beim Bund verbleiben; insgesamt hätte der Bund die finanziellen Lasten der „fußkranken“ Rest-DB AG zu schultern; 

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c) mit der Trennung des Schienennetzes in mehrere (regionale) Teilnetze die Rückkehr in die bahnpolitische Kleinstaaterei vorschlagen. Außerdem ist zu befürchten, dass es mit einem „Wettbewerb um die Infrastrukturbewirtschaftung“ in Deutschland zu unterschiedlichen Netzqualitäten kommen wird. 

Es erscheint mir paradox, dass im Auftrag der Spitzenverbände ausgerechnet ein Plädoyer für mehr Staat, mehr Komplexität und damit mehr Abstimmungsbürokratie im Sektor Bahn erfolgt. 

Ralf Kutschke Berlin 

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