Archiv: Verpasste Chance

David Cameron » Der Parteichef der britischen Konservativen bringt die Wirtschaft gegen sich auf. 

„Freund oder Feind?“, titelte die Hauszeitschrift des britischen Industrieverbandes CBI (Confederation of British Industry) und zeigte David Camerons Konterfei, eine Gesichtshälfte ausgeleuchtet, die andere im Schatten. Ein symbolträchtiges Motiv: Die Wirtschaft ist verärgert über den Parteivorsitzenden der britischen Konservativen. Seit er vor einem Jahr zum neuen Oppositionsführer gewählt wurde, hat er Unternehmer und TopManager, die traditionell zu den loyalsten Anhängern der Konservativen zählen, wiederholt vor den Kopf gestoßen. 

Anzeige

So versucht Cameron, seiner Partei ein junges, grünes und soziales Image zu verpassen. „Ich möchte diesem Land einen modernen, mitfühlenden Konservatismus geben“, lautet seine Kernbotschaft. Die Wirtschaft fürchtet indes, Camerons Versprechen könnten sie teuer zu stehen kommen – etwa durch die Einführung einer Ökosteuer. Zudem kritisieren die Unternehmer die vagen wirtschaftspolitischen Visionen des Chefkonservativen, der lieber über den von ihm kreierten GWB-Faktor („General Well Being“) für das allgemeine Wohlbefinden parliert als über das Bruttoinlandsprodukt. Dass er kurzfristig seinen Auftritt auf der CBI-Jahrestagung absagte, halten die Industriellen für den Gipfel der Zumutungen. „Eine verpasste Chance“, ärgert sich CBI-Präsident John Sunderland. Die „Times“ warnt bereits: „Ein konservativer Politiker kann ohne die Unterstützung der Wirtschaft keine Wahl gewinnen.“ 

yvonne.esterhazy@wiwo.de | London 

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%