Vom Deal sehr enttäuscht

Archiv: Vom Deal sehr enttäuscht

Arag » Der Versicherer verkauft seinen IT-Ableger Alldata an die Telekom-Tochter T-Systems. 

Vor Jahresfrist hat wohl auch Paul-Otto Faßbender , Vorstandschef und Mehrheitsgesellschafter des Düsseldorfer Versicherungskonzerns Arag, noch auf einen deutlich zweistelligen Millionenerlös für den IT-Ableger Alldata Systems gehofft. Immerhin hatte ThyssenKrupp-Vorstandschef Ekkehard Schulz im Februar 2004 seine hauseigene IT-Tochter Triaton bei 370 Millionen Euro Umsatz für 340 Millionen Euro an den Computerkonzern Hewlett-Packard verkauft. Jetzt hat Faßbender zwar einen Käufer gefunden: T-Systems, die Dienstleistungstochter der Deutschen Telekom, übernimmt Alldata. Doch der Preis dürfte den Arag-Chef enttäuschen. Er selbst will zwar keine Zahl nennen. Doch aus dem Umfeld des Unternehmens verlautet: „Mehr als einstelliger Millionenbetrag ist nicht drin.“ 

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Alldata hat mit IT-Service und Softwareentwicklungen für externe Kunden wie dem Versicherungskonzern Axa, dem Elektronikhersteller Ericsson, der Fluggesellschaft LTU oder dem Bankhaus Sal. Oppenheim im Jahr 2004 rund 30 Millionen Euro umgesetzt. Doch nach einem Käufer musste Faßbender lange suchen. Über Monate klapperten die Berater des von ihm beauftragten Frankfurter Corporate-Finance-Spezialisten Close Brothers potenzielle Investoren ab, bis sie endlich mit T-Systems handelseinig wurden. Kamyar Niroumand , dafür zuständiger Geschäftsführer bei T-Systems, will mit Alldata das eigene Serviceportfolio für Banken und Versicherungen stärken. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Telekom-Tochter dieses Geschäftsfeld mit dem Kauf von SDS gestärkt, einem Anbieter, der sich auf Software für Wertpapierhandel spezialisiert hat. Doch so attraktiv die Alldata-Kunden für Niroumand sein mögen, allzu tief hat er – glaubt man Marktbeobachtern – nicht in die Tasche gegriffen. Schließlich ließ sich das Modell Triaton auf Alldata nicht übertragen. Die ThyssenKrupp-Tochter Triaton war für Hewlett-Packard so interessant, weil sich der US-Computerriese damit zugleich einen millionenschweren, langjährigen Servicevertrag für die IT von ThyssenKrupp sichern konnte. Bei Alldata hingegen hatte Faßbender selbst ein ähnliches Outsourcing der eigenen IT vorab ausgeschlossen. 

Sowohl die Arag-Rechner als auch das Speichern und Verwalten der Kundendaten bei der Versicherung, so der Ukas des Mehrheitsaktionärs, bleiben weiterhin Kerngeschäft der Arag – und das drückte den Preis. 

thomas.kuhn@wiwo.de 

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