Vorsorge für ein schönes Leben

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VW » Helmuth Schuster, Hauptverdächtiger in der Korruptionsaffäre, meldet sich zu Wort. 

Vier Wochen lang ließ er sich nicht sehen und nichts von sich hören: Helmuth Schuster , entlassener Personalchef der VW-Tochter Škoda, Vertrauter von Konzern-Personalchef  Peter Hartz und einer der Hauptverdächtigen in der VW-Korruptionsaffäre, hatte sich in sein Haus in Prag, einer angemieteten VW-Villa, zurückgezogen. Jetzt will er sein Schweigen brechen. Deutschen Verlagen bietet er die Exklusivrechte einer Enthüllungsserie aus dem Innenleben des Automobilkonzerns an – gegen einen hohen sechsstelligen Euro-Betrag. 

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Schuster, der seine Karriere als Vorstandsassistent bei Hoechst begonnen hatte und seit 1991 bei VW in führenden Positionen in der Personalabteilung arbeitete, wirkt nervös, als er erste Bruchstücke aus seinem Leben für den Autokonzern präsentiert. Aufgeregt schildert er eine Begegnung am Rande einer internationalen Automobilausstellung: Da trafen sich, erinnert sich Schuster, an einem Abend VW-Topmanager, alles Herren um die 60. Darunter sollen sich laut Schuster der Leiter des Messe- und Ausstellungswesens und der Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert befunden haben. Gesprächsthema: Wie führen wir unser schönes Leben weiter, wenn wir auf unsere Pensionen angewiesen sind? Da reifte ein Plan, Schuster solle helfen. „Wir eröffnen in der Prager Altstadt ein Lokal, das an die alte tschechische Kneipentradition der Zwanzigerjahre anknüpft“, sagt er über das Gespräch. Dafür sollte der Hartz-Vertraute nach eigenen Angaben ein Haus finden – im Erdgeschoss sollte gut gegessen, oben sollten Appartements vermietet werden. Eine andere Idee war Schuster zufolge, dass Škoda zur Finanzierung des Hauses einen Showroom im Parterre einrichten sollte. Der Plan wurde nicht realisiert, da ein geeignetes Objekt nicht gefunden wurde, sagt Schuster. Volkert war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Schuster erzählt noch eine andere Begebenheit: Ein reicher Holländer, der in Prag lebt, wollte Schuster als Strohmann einsetzen, um einen Altbau in der Nähe der Prager Burg zu erwerben. Der Kauf scheiterte. Der Holländer gab Schuster die Schuld und soll ihm gedroht haben: „Ich verpfeif dich bei Pischetsrieder.“ Damit, sagt Schuster, sei die Sache gegen ihn ins Rollen gekommen. 

andreas.wildhagen@wiwo.de 

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