Wasserstoff als Abfallprodukt

Archiv: Wasserstoff als Abfallprodukt

Alternative Energien sind neben der Gründung neuer Medienunternehmen momentan das heißeste Thema im Silicon Valley. Gerade hat Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger ein Solar-Förderprogramm von 2,9 Milliarden Dollar verabschiedet. Es ist das größte in den USA. Schwarzenegger und seine Mitstreiter hoffen nicht nur auf saubere Energie, sie wollen mit ihrer Offensive auch möglichst viele Unternehmensgründer aus der Branche in den Sonnenstaat locken. Wagnisfinanzierer leisten dazu ihren Beitrag. Vergangenes Jahr investierten sie 1,6 Milliarden Dollar in Jungunternehmen, die sich mit dem Entwickeln alternativer Energieträger beschäftigen. Dieses Jahr könnten es drei Milliarden Dollar werden. Einer der Profiteure ist Ion America. In bisher vier Finanzierungsrunden hat das vier Jahre junge Unternehmen bereits 165 Millionen Dollar eingesammelt. Es ist auf dem NASA-Gelände in Mountain View angesiedelt. Denn Ion America ist aus einem Forschungsprojekt der Weltraumagentur hervorgegangen. KR Sridhar, einer der Gründer, grübelte einst im Auftrag der NASA, wie man Marsmissionen mit Energie und Sauerstoff versorgen kann. Dazu beschäftigte er sich intensiv mit Festoxid-Brennstoffzellen. Im Gegensatz zu den Polymermembran-Brennstoffzellen, wie sie heute in Forschungsautos eingesetzt werden, werden diese nicht mit reinem Wasserstoff betrieben. Vielmehr wird der Wasserstoff als Abfallprodukt bei der Verstromung von Propan, Erdgas oder Bioethanol gewonnen – bei Betriebstemperaturen zwischen 600 und 1000 Grad. Ion America hat inzwischen eine Brennstoffzelle von der Größe eines Gefrierschranks entwickelt, mit der ein Einfamilienhaus komplett mit Strom und Wärme versorgt werden kann. Mit dem dabei anfallenden Wasserstoff könnte beispielsweise ein Autos betankt werden. Die US-Regierung hat Prototypen sogar in Unterseebooten getestet. Denn die Zelle erzeugt nebenher auch Sauerstoff. Im Oktober soll der erste Langzeittest enden. Bis zur Marktreife werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Sridhar ist überzeugt, dass seine Brennstoffzelle nicht nur leistungsfähiger ist, sondern auch günstiger als die derzeit gängigen Modelle produziert werden kann. 

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