Archiv: Wenig Hoffnung

Fiscus » Bund und Länder wollen ihren IT-Dienstleister für die Finanzverwaltung schließen, obwohl es einen Interessenten gibt. 

Auf der Betriebsversammlung blieb Klaus Dobler hart. Der Bonner IT-Dienstleister Fiscus werde aufgelöst, verkündete der baden-württembergische Ministerialrat den gut 160 Beschäftigten des Unternehmens, das für die Finanzverwaltungen von Bund und Ländern IT-Projekte umsetzt. Das war Ende Juni, nun zeichnet sich eine Überlebenschance für das Unternehmen ab. 

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Ulrich Dietz , Vorstandschef des IT-Dienstleisters GFT Technologies aus St. Georgen, hat Interesse an der Übernahme von Fiscus bekundet. Am Freitag vergangener Woche diskutierte er mit Fiscus-Geschäftsführer Olaf Bruhn Möglichkeiten der Übernahme. Ursprünglich sollte Fiscus eine einheitliche Steuersoftware für alle Finanzbehörden entwickeln. Doch das Projekt scheiterte, weil die Finanzbehörden bei Konzept und Entwicklung unterschiedliche Ziele verfolgten, berichten Insider. „Heute allerdings erwirtschaften wir Gewinn“, sagt Bruhn, der Fiscus als Beratungshaus positioniert hat, das für Behörden auch Anwendungen, wie etwa Programme für Bußgeldverfahren entwickelt und einführt. Ob das reicht, und ob Dietz zum Zuge kommt, ist allerdings fraglich. „Schon jetzt können manche Länder ihre eigenen IT-Abteilungen nicht mehr auslasten“, berichtet ein beteiligter Berater. „Da dient die Schließung von Fiscus eher der Wettbewerbsbereinigung. Ein Wechsel des Geschäfts zu GFT hingegen würde die Konkurrenz noch verschärfen.“ 

thomas.kuhn@wiwo.de 

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