Archiv: Weniger Boni

Josef Ackermann » Die Korrektur des Jahres-gewinns um 250 Millionen Euro kostet den Deutsche-Bank-Chef und seine Vorstandskollegen eine Stange Geld. 

Zuerst musste Bankchef Josef Ackermann für Rechtsstreitigkeiten um illegale Steuersparmodelle in den USA mehrere hundert Millionen Euro zurückstellen. Entsprechend war der schon veröffentlichte Jahresgewinn um 250 Millionen Euro zu kürzen. Dann kam der Ärger um die Bonuszahlungen. Wie genau die Boni berechnet werden, ist allerdings Bankgeheimnis. Der Würzburger Betriebswirtschaftsprofessor Ekkehard Wenger fordert, dass die Bank die Bonusformel veröffentlicht. Wenger würde so sicherstellen, dass die vier Vorstandsmitglieder der Bank entsprechend dem korrigierten Gewinn auch ihre Boni kürzen. Bekannt ist bisher nur, dass die bar überwiesenen Boni von der geplanten Eigenkapitalrendite abhängen. Je mehr die Bank sich dieser jährlich wechselnden Zielmarke nähert oder diese sogar übertrifft, desto höher fällt der Bonus aus. 2004 kassierten die vier Vorstände erfolgsabhängige Boni und Aktienrechte im Wert von 20,9 Millionen Euro. Die Vorsteuerrendite auf das Eigenkapital lag damals bei 16 Prozent. 2005 kletterte sie auf 26 Prozent. Durch die Rückstellung für die Rechtsstreitigkeiten fällt der Nettogewinn 2005 mit rund 3,5 Milliarden Euro 250 Millionen Euro niedriger aus als zunächst gemeldet. Die Eigenkapitalrendite rutscht auf knapp 25 Prozent. Die für die Vorstandsboni maßgebliche Größe schrumpft ebenfalls – nicht gegenüber 2004, wohl aber gegenüber dem Anfang Februar veröffentlichten Ergebnis. Die Dividende, angekündigt waren 2,50 Euro je Aktie, knapp 1,4 Milliarden Euro Ausschüttungssumme, soll aber nicht angetastet werden. Ungefährdet sind auch die Boni der Investmentbanker der Deutschen Bank. Sie hängen am Erfolg der einzelnen Abteilungen, nicht an dem der Bank. „Die Boni sind auch bereits gezahlt. Eine Rücknahme ist da nicht möglich“, sagt ein Frankfurter Personalberater. Betriebswirt Wenger hat die Bank mithilfe des Oberlandesgerichts Frankfurt gerade schon gezwungen, Gehälter und Boni ihrer Spitzenbanker zu veröffentlichen, die nicht im Vorstand sitzen, Ergebnis: Sieben Banker aus dem Group Executive Committee kassierten 2003 zusammen 90 Millionen Euro. 

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hauke.reimer@wiwo.de | Frankfurt 

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