Archiv: Wer gibt mehr Gas?

Burckhard Bergmann » Um die Nachfolge des E.On-Ruhrgas-Chefs ist ein interner Machtkampf entbrannt. 

Während der deutsche Gasmarkt im Umbruch steckt und das Bundeskartellamt eine weitere Liberalisierung erzwingt, beginnt beim Marktführer E.On Ruhrgas ein Kampf um den Chefposten. Der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Burckhard Bergmann läuft im März 2008 aus, dann ist der Physiker 65 Jahre alt und geht in den Ruhestand. „Bereits mit Beginn des Jahres 2007 soll Bergmanns Nachfolger feststehen“, sagt ein E.On-Manager. Intern gelten Jochen Weise, 50, im Ruhrgas-Vorstand zuständig für den Gashandel, und der designierte Ruhrgas-Marketing-Vorstand Bernhard Reutersberg, 52, als Favoriten. Beiden hat E.On-Chef Wulf Bernotat Herkulesaufgaben aufgebürdet. 

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Reutersberg soll Ruhrgas auf die anstehende Verschärfung des Wettbewerbs im deutschen Gasmarkt vorbereiten und dafür sorgen, dass der Marktanteil von derzeit 55 Prozent nicht schrumpft. Eine Aufgabe, auf die er gut vorbereitet ist. Schließlich gilt er als Marketingexperte. Weise, mit dem Bernotat in den Neunzigerjahren bei Shell in Portugal zusammen gearbeitet hat, muss die Förderrechte auf dem russischen Gasfeld Juschno Russkoje für E.On erwerben. Wie groß der Druck ist, belegt eine Aussage Bernotats, der einem E.On-Manager zufolge auf der Russlandreise mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ankündigt hat: „In 100 Tagen haben wir die Förderrechte.“ Das war im April. 

andreas.wildhagen@wiwo.de 

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