Werner SchneiderInsolvenzverwalter von Walter Bau

Archiv: Werner SchneiderInsolvenzverwalter von Walter Bau

Nerven stark wie Stahlträger muss er diese Woche haben: Werner Schneider. Der Betriebswirt wickelt die Insolvenz von Walter Bau ab, einst Deutschlands drittgrößter Baukonzern nach Hochtief und Bilfinger Berger. An diesem Freitag soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden – und schon fühlt sich Schneider getäuscht. „Die hatten kein Interesse“, sagt er und meint damit die Manager von Bilfinger Berger. Der Branchenzweite tritt jetzt doch mit einem Angebot für Walter Bau auf den Plan. Für Schneider eine Kampfansage. Nachdem Walter Bau Anfang Februar Insolvenz angemeldet hatte, rechneten Bilfinger-Manager jede Walter-Baustelle durch. „Dann kam die Absage, Walter zu übernehmen“, erinnert Schneider. In der Zwischenzeit wurde er mit dem österreichischen Baukonzern Strabag handelseinig. Strabag will rund die Hälfte von Walter schlucken – zum Schnäppchenpreis. Nun kommt die Offerte von Bilfinger Berger, die um 30 Millionen Euro über dem Angebot von Strabag liegen soll. Schneider beteuert, Bilfinger könne mit seinem Last-Minute-Angebot das Insolvenzverfahren nicht verzögern. Bilfinger hüllt sich in Schweigen. Nur einer redet Klartext: Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel. „Wir kommen zu anderen Einschätzungen“, sagte er, als Schneider versprach, die Hälfte der 9600 Walter-Jobs durch den Strabag-Deal retten zu können. Keitel unterstellte damit, dass Schneider Strabag als Retter schönreden will. In der Branche heißt es schon, es rieche nach „Gekungel“ zwischen Schneider und Strabag. Merkwürdig schnell habe die Strabag ihr Übernahmeangebot für Walter vorgelegt. Schneider kontert: „Hochtief hat sich immer nur vornehm zurückgehalten.“ Und Strabag-Manager zischeln, Bilfinger wolle Strabag „aus dem deutschen Markt schubsen“. Währenddessen redet Schneider das Bilfinger-Angebot klein: „Es steht unter dem nicht einschätzbaren Vorbehalt einer Due Diligence.“ Eine Detailprüfung der Walter-Zahlen ist schwer. Täglich wenden sich Kunden ab. Doch eine Perle mittendrin bleibt heiß begehrt: Die 53-Prozent-Beteiligung von Walter an Züblin. Auf das kerngesunde Stuttgarter Unternehmen der Familie Lenz hat es Bilfinger Berger abgesehen. Die Familie soll abgefunden werden. Das Züblin-Paket von Walter ist überwiegend bei der BayernLB verpfändet. Damit ist klar: Kann Bilfinger die Gläubigerbanken überzeugen, platzt der Deal mit Strabag. Dann braucht Schneider erst Recht Nerven – denn Bilfinger will nur Züblin und den Walter-Straßenbau. Der Rest kommt dann unter den Hammer. So wie einst Philipp Holzmann. andreas wildhagen 

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