White Suite Jamaica Inn Jamaica

Archiv: White Suite Jamaica Inn Jamaica

Eine amerikanische Autorin schrieb unlängst ein Buch, das es trotz seines eher morbiden Titels an die Spitze der Bestsellerlisten geschafft hat: „1000 places to see before you die“. Doch nur ganz wenige Hotels schafften den Sprung unter die schönsten Plätze auf der Welt. Das Jamaica Inn gehört dazu. Für ein Luxushotel ist es klein: 47 Suiten, doch der unverbaute Blick auf die türkis leuchtende Karibik bleibt in der Erinnerung des Gasts haften. Für immer. 

Die Blogs der Reisenden in Sachen Genuss preisen vor allem die absolute Ruhe. Es gibt kein Fernsehen, kein Tennis, keine Kleinkinder. Das Jamaica Inn ist der diametrale Gegensatz zu den großen und geschäftigen Herbergen, hier geht alles zwei Takte langsamer, mindestens. „Bei uns“, heißt es auf der Homepage, „verdirbt kein Wecker und keine Uhr den Genuss der Gäste.“ Für Aufregung sorgt allerhöchstens das Backgammonbrett. Sonst herrscht gediegene Muße. 

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Alle Zimmer sind schön, aber die „Weiße Suite“ übertrifft sie noch bei Weitem. Sie liegt abgelegen auf einer eigenen kleinen Halbinsel, ein schmuckes Cottage, von jedem Fenster aus sieht man die See. Die Einrichtung ist typisch Karibik, luftig, viel Holz, Bast – und weiße, seidene Vorhänge, die in der Brise schwingen. Der Service ist wahrlich präsidial. Jedem Gast stehen bei Bedarf drei Diener und ein Chauffeur zur Verfügung – falls er das Jamaica Inn denn überhaupt zu verlassen gedenkt. 

Vom berühmtesten Gast, Winston Churchill, heißt es, er hätte sich auf der Stelle in die Suite verliebt und bis zur Abreise den Fuß nicht mehr vor die Tür gesetzt. Anfang der Fünfzigerjahre war er das erste Mal gekommen, um sich von den Strapazen der Kriegsjahre zu erholen. Bei seinem zweiten Besuch wenig später brachte er Farben und die Staffelei mit. In den Morgen- und Abendstunden malte er diesen friedlichsten aller Flecken, tagsüber drehte er im Pool seine gemächlichen Runden. 

Andere Mächtiger diese Welt taten es ihm gleich. In den Sechzigerjahren verbrachte der amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson seinen Urlaub hier und beschäftigte den Barkeeper rund um die Uhr mit seinen Whisky-Bestellungen. Später übernachteten hier auch der burmesische UN-Generalsekretär Sithu U Thant sowie der amerikanische General und einstige Befehlshaber im Vietnamkrieg, William Westmoreland. Aus Europa flog die britische Premierministerin Margaret Thatcher ein – auf den Spuren des berühmten Amtsvorgängers Churchill, der stets ihr Vorbild war. 

PO Box 1, Ochos Rios, St. Ann, Jamaica, West Indies 

Tel. 0 01/8 76/9 74 25 14, www.jamaicainn.com 

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