Wolfgang LeeseVorstandsvorsitzender des Stahlkonzerns Salzgitter

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Auf Statussymbole wie einen ausladenden Schreibtisch und eine herrschaftliche Sitzecke legt Wolfgang Leese, 59, keinen Wert. Das Mobiliar in seinem knapp 25 Quadratmeter großen Büro ist Massenware und nicht mehr das jüngste. Und Kunst? „Alte Schinken oder moderne Malerei suchen Sie bei mir vergebens“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Stahlkonzerns Salzgitter im niedersächsischen Salzgitter. An der Wand hängen gerahmte Fotomontagen der aktuellen Werbekampagne, die unter dem Motto steht: „Was auch immer Sie vorhaben“ und zeigen soll, was mit Stahl alles möglich ist – sogar ein Brückenschlag zum Matterhorn, wie eines der Motive suggeriert. Leese mag Visionen. Er glaubte immer daran, dass Stahl eine Zukunft hat. Seine Karriere begann der gebürtige Saarländer bei der saarländischen Eisengießerei Halberger Hütte, 1988 holte ihn Gerhard Cromme, der spätere ThyssenKrupp-Chef, ins Ruhrgebiet, und im Februar 2000 wechselte Leese auf den Vorstandsvorsitz von Salzgitter. Schon kurz nach seinem Amtsantritt krempelte er den Stahlproduzenten um, im April 2000 wagte er den Gang an die Börse, kaufte die traditionsreichen Mannesmannröhren-Werke hinzu und formte so einen modernen Konzern mit einem Umsatz von zuletzt gut sieben Milliarden Euro. „Es ist wieder Feuer unter den Kesseln“ , beschreibt Leese den Stahlboom, der vor allem durch China angeheizt wird. Von seinem Büro in der zweiten Etage des denkmalgeschützten Verwaltungsgebäudes dirigiert der Salzgitter-Chef die rund 17 000 Mitarbeiter. „Meine Tür steht ihnen offen“, sagt er. Vor der Tür liegt ein roter Schwellenleger, der ankommende Besucher mit dem Wort begrüßt: „Probleme?“. Und wer das Büro verlässt, stolpert über das Wort: „Gelöst!“ 

ulrich.groothuis@wiwo.de 

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