Archiv: Zum Sonderpreis

Mathias Döpfner » Der Springer-Chef wird Teile seines von Verlegerin Friede Springer übernommenen Aktienpakets an dem Verlagshaus wieder verkaufen. 

Mit einem Mix aus Krediten und Aktienverkäufen stemmt Döpfner die Übernahme seines Pakets. 680 000 Aktien zum Sonderpreis von 77 Euro kauft er der Verlegerwitwe ab. Dazu nimmt er Kredite auf. Die Aktien dienen als Sicherheit. Um die Kredite zu bedienen, werde Döpfner „in Zukunft auch kleinere Tranchen seines Pakets verkaufen“, sagt Springer-Sprecherin Edda Fels. Der Kredit komme weder von Friede Springer noch von Springers Hausbank, der Deutschen Bank. Und so funktioniert der Deal: An Friede Springer muss Döpfner 52,36 Millionen Euro zahlen. Auf den rund 25-prozentigen Preisnachlass zum derzeitigen Springer-Kurs von 103 Euro – insgesamt 17,68 Millionen Euro – wird Schenkungsteuer fällig. Da Döpfner mit Friede Springer nicht verwandt ist, fallen 47 Prozent gleich 8,3 Millionen Euro Steuern an. Zu finanzieren sind deshalb gut 60 Millionen Euro. Wenn das Finanzamt die Schenkung „als geldwerten Vorteil aus dem Dienstverhältnis des Vorstandschefs einstuft, müsste er sie mit seinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern“, sagt Michael Kramarsch, Deutschland-Chef der Unternehmensberatung Towers Perrin und Experte für Managervergütung. Die Steuerlast wäre dann knapp eine halbe Million Euro niedriger als bei 47 Prozent Schenkungsteuer. Bei der Finanzierung hilft der Rabatt von Friede Springer: Das Zwei-Prozent-Paket ist derzeit an der Börse rund 70 Millionen Euro wert. „Damit wird das Geschäft für Banken finanzierbar“, sagt Kramarsch. „70 bis 80 Prozent des Depotwerts“ seien beleihbar. Die Zinsen für ein aktienbesichertes Darlehen liegen „derzeit bei rund 4,5 Prozent“, schätzt ein Banker. Bei 80 Prozent Beleihung müsste Döpfner nur vier Millionen Euro Eigenkapital einsetzen um Kaufpreis und Steuer zahlen zu können. Einen Teil der Zinsen von jährlich 2,5 bis 2,7 Millionen Euro könnte Döpfner aus der Springer-Dividende bedienen. Im Jahr 2005 hätte er für sein Paket 1,15 Millionen Euro kassiert. Um den Kredit zu tilgen und für die restlichen Zinsen, muss er Aktien verkaufen – Jahr für Jahr. 

Anzeige

brigitte.haacke @wiwo.de | Frankfurt, hauke reimer | Frankfurt 

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%