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Aktie des Tages: Anleger strafen Praktiker ab

Quelle: Handelsblatt Online

Die Baummarktkette Praktiker wirbt gern mit Niedrigpreisen. Doch die Rechnung scheint nicht aufzugehen. Anleger sind von den heute vorgelegten Zahlen enttäuscht. Analysten empfehlen, die Papiere zu verkaufen.

Das Auslandsgeschäft wird für Praktiker zum Bumerang. Quelle: ap Quelle: handelsblatt.com
Das Auslandsgeschäft wird für Praktiker zum Bumerang. Quelle: ap Quelle: handelsblatt.com

HB FRANKFURT. Die Aktien von Praktiker leiden unter enttäuschenden Quartalszahlen. Der Kurs fällt um 7,5 Prozent auf 9,06 Euro. Offenbar nehmen einige Anleger die Quartalszahlen zum Anlass, um Gewinne zu kassieren. In den vergangenen drei Monaten war die Aktie um knapp 30 Prozent gestiegen.

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Vor allem die Expansion nach Osteuropa wird für die Baumarktkette zum Bumerang. Während das Deutschlandgeschäft im dritten Quartal zulegte, brachen Umsatz und Ergebnis im Ausland ein. Dort drücke die Wirtschaftskrise deutlich stärker auf den Konsum als im Heimatmarkt, erläuterte Konzernchef Wolfgang Werner. Außerdem machten der Firma starke Wechselkursschwankungen zu schaffen. "Kurzfristig wird sich an dieser Gemengelage wenig ändern",

Im abgelaufenen Vierteljahr schrumpften der Konzernüberschuss um fast zwei Drittel auf 9,8 Millionen Euro und der operative Gewinn (Ebita) um knapp ein Drittel auf 34,3 Millionen. Die Rückgänge fielen stärker aus als von Analysten erwartet. Der Konzernumsatz sank um 4,8 Prozent auf 968 Millionen Euro.

Ein Börsianer sprach davon, dass vor allem das Ergebnis des dritten Quartals unter dem Strich klar die durchschnittlichen Marktschätzung verfehlt habe. Auch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen habe enttäuscht. Beruhigend sei dagegen der bestätigte Ausblick, auch wenn der Aufschwung im internationalen Geschäft "eher später" kommen könnte. Die nächste Unterstützung im Chart liege nun bei 9,00 Euro.

Herbert Sturm von der DZ Bank empfiehlt, Gewinne mitzunehmen, da die Ergebniszahlen seiner Meinung nach unter den Markterwartungen gelegen haben. Zudem sei der Ausblick des Managements für das Auslandsgeschäft im kommenden Jahr sehr zurückhaltenden ausgefallen. Positiv zu erwähnen sei jedoch, dass Praktiker Ende des dritten Quartals über Liquidität in Höhe von 294,2 Millionen Euro verfügt habe.

Von einem weiteren schwachen Quartal sprach auch Volker Bosse von Unicredit. Die Gewinnkennzahlen hätten seine Prognosen und die des Marktes verfehlt. Seiner Auffassung nach bietet zwar der osteuropäische Markt für Do-It-Yourself-Produkte mittelfristig Potenzial, doch die kurzfristigen Erwartungen seien bereits zu hoch. Er behielt sein "Sell"-Votum für die Papiere von Praktiker bei einem Kursziel von 6,00 Euro bei.

Das Bankhaus Lampe hat das Kursziel für Praktiker von 11,50 auf 10,50 Euro gesenkt und die Einschätzung für die Aktie auf "Halten" belassen. Das Nettoergebnis der Bau- und Heimwerkerkette im dritten Quartal habe durch ein niedriger als erwartetes Finanzergebnis unter seinen Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Christoph Schlienkamp in einer Studie vom Donnerstag. Das Zinsergebnis sei ebenfalls enttäuschend und strukturell negativ sei außerdem der Rückgang der Rohertragsmarge.

Laut Analyst Jürgen Elfers von der Commerzbank fiel das Ergebnis zwar größtenteils so wie von ihm und vom Markt prognostiziert aus. Positiv sei, dass der Konzern weiterhin am Ausblick für das Gesamtjahr festhalte. Er habe indes etwas bessere Ergebnisse für die Deutschlandsparte von Praktiker erwartet. Er ließ seine "Reduce"-Einschätzung für die Papiere von Praktiker mit einem Kursziel von 9,75 Euro unverändert.